Olivenöl

Die Italiener scheinen niemals zu sterben…
sie essen den ganzen Tag Olivenöl…

und das ist wohl der Grund!
(W. Kennedy)

Weltweit beschäftigen sich Forscher mit den positiven Auswirkungen des Olivenöls auf Koronarerkrankungen, Krebs, Hauterkrankungen etc.

Neben diesen positiven gesundheitlichen Wirkungen ist ein gutes Olivenöl zunächst natürlich eine köstliche Delikatesse:
Was wäre bspw. die mediterrane Küche ohne ein gutes Olio Extra Vergine d‘ Oliva? Unvorstellbar!

Olivenöl ist eine der wichtigsten Zutaten der Mittelmeerküche und liegt auch nördlich der Alpen mehr denn je im Trend als hochwertiges und gesundes Nahrungsmittel.

Wie wird Olivenöl hergestellt?

Der Olivenbaum ist einer der ältesten Kulturpflanzen überhaupt - manche werden bis zu 2000 Jahre alt. Frühestens nach 15 Jahren tragen sie Früchte. Die Blüte dauert rund 60 Tage, reif sind die Oliven zwischen Oktober und Februar.

Gepflückt wird per Hand - um die Oliven nicht zu beschädigen. In guten Lagen liefert ein Baum pro Ernte maximal 20 kg Oliven, aus denen nur 3 bis 5 Liter Öl gewonnen wird. Oftmals liegt der Ertrag auch nur bei 1 Liter pro Baum (bspw. in den kühleren Hügelregionen des Apennin).

Der Grund, warum Spitzenöle teuer sind liegt nahe: die Kosten der (manuellen) Ernte betragen mehr als die Hälfte der Gesamtkosten. Die Fachzeitschrift MERUM hat ‚nackte‘ Produktionskosten von € 7 je Liter für hochwertige Öle errechnet; Ausgaben für langfristige Investitionen sind hierin noch nicht enthalten.

Entscheidend für eine exzellente Qualität ist – neben der schonenden Ernte - eine zügige Verarbeitung in der Ölmühle. Je länger die Oliven lagern, umso höher wird der Anteil freier Fettsäuren, die Geschmack und Qualität beeinträchtigen. Im Idealfall werden die Oliven daher noch am Tage der Ernte verarbeitet.

Traditionelle Ölmühlen arbeiten mit Granitsteinen, die die Oliven langsam zu einem Brei zermahlen. Der Brei wird dann auf Matten gestrichen und unter Druck gepresst. Moderne Ölmühlen hingegen arbeiten pneumatischen Kissen. Vorteil: hygienischer als die traditionellen Matten (besonders wenn diese tagelang im Einsatz sind…)
Nach einer Ruhezeit setzt sich Ölschlamm automatisch am Boden ab, und das reine Öl kann abgeschöpft werden. Gutes Öl sollte nicht filtriert werden!
Bis zur Flaschenabfüllung lagert das Olivenöl Idealerweise in modernen Edelstahltanks. Die historischen Terracotta-Gefäße ‚Orchio‘ mögen zwar das Auge des Betrachters faszinieren, aus hygienischen Gründen sind sie aber nicht empfehlenswert.

Italien ist einer der wichtigsten Olivenölproduzenten und gerade Öl aus der Toskana ist sehr begehrt. Diese Tatsache ruft natürlich auch ‚Geschäftemacher‘ auf den Plan: Insider vermuten dass bis zu 50% des Olivenöls mit Billigimporten aus Apulien, Spanien und Nordafrika ‚gestreckt‘ wird. Und dies sogar legal: entscheidend für das Gesetz ist lediglich der Ort der Verarbeitung!

Ein paar Basis-Tipps für Ihren Einkauf
Im Fachhandel sollten Sie stets die Möglichkeit haben, die angebotenen Öle zu verkosten. Besteht diese Möglichkeit bspw. beim Einkaugf im Urlaub nicht, inspizieren Sie das Flaschenetikett: Wer Nichts zu verbergen hat nennt seinen Namen! Seriöse Produzenten geben in der Regel Namen, Anschrift, Telefonnummer/ web-Adresse an.

Probieren Sie Ihr Olivenöl!

Es mag sich verrückt anhören: Olivenöl wird ähnlich wie Wein verkostet. Auge, Nase und Mund werden von gutem Olivenöl auf vielfältige Weise angesprochen.
Bereits die Farbe signalisiert uns häufig die Qualität: dichtes goldgelbes Olivenöl spricht eher für überlagertes, ranziges Olivenöl. Frische Öle hingegen sind eher mit grünlichen Reflexen versehen. Olivenöl kann sowohl klar wie auch trüb sein - je nachdem ob der Olivenbauer filtriert oder nicht.
Wichtig: nur wer das Aroma und die geschmacklichen Ausprägungen seines Olivenöl kennt, wird es in der Küche richtig verwenden können! Gutes Olivenöl riecht nach Gras, Banane, Tomate etc., aber NIEMALS ranzig (Butter, Nuss).
Gutes Olivenöl ist leicht bitter und häufig scharf. Ist die Schärfe eher nicht gewünscht (bspw. Fischgerichte) eignen sich Öle vom Gardasee, Ligurien oder Sizilien häufig besser als die deutlich schärfern Varianten aus der Toskana, den Marken und Umbrien.

Unsere aktuellen Olivenöle im Überblick:
Toskana:
Giachi Oleari- Mercatale in Val d’Arno
Die Familie Giachi ist seit Jahren fester Bestandteil unseres Sortimentes. Im Herzen des Chianti Classico Gebietes befinden sich die Olivenhaine und weisen daher die typische Charakteristik der Öle von den Hügelketten des Apennin auf: herzhafte Grasnoten und je nach Jahrgangsverlauf ein fein ausgeprägte Schärfe.

Dolciolio Olio Extra Vergine di Oliva (1000ml € 16,50)
(aus vollreifen Oliven der Sorten Moraiolo, Frantoio und Leccino; weicher Geschmack)

Primolio Olio Extra Vergine di Oliva (1000ml € 16,50)
(aus Frantoio, Moraiolo, Leccino und Pendolino; zeitige Ernte, daher delikater, kräftig-würziger Geschmack)

Snocciolato Olio Extra Vergine di Oliva (500ml € 10,50)
(gleiche Zusammensetzung wie Primolio, jedoch wird lediglich das Fruchtfleisch der Oliven verarbeitet. Würzig, aber dennoch weich und rund)

‘Genuinolio’ Olio Extra Vergine di Oliva (500ml € 11,50)
(Zusammensetzung wie oben, jedoch aus zertifiziert biologischem Anbau. Fein, elegant)

Apulien:

Luigi Rubino produziert im Salento  ein  feines sehr feines Olivenöl, dass mit dem Duft von Artischocken und Tomaten verwöhnt (aus den 3 Olivensorten Cellina, Coratina und Leccino gewonnen):
Olio Extra Vergine di Oliva 500ml; € 10,00/ 500ml

Kraftvoll und von ausgeprägter Schärfe ist das Olivenöl von ‘Santa Lucia’ aus der Hügelregion von Corato. Das Öl wird reinsortig aus Coratina-Oliven gewonnen, die über einen extremen Gehalt an Polyphenolen verfügen. Sehr kräftig, sehr intensiv. Ein Öl für Fortgeschrittene!

Olio Extra Vergine di Oliva ‘Santa Lucia’ 750ml; € 10,00 (Literpreis € 12,00)