Achtung! Digitale Baustellenarbeiten…

Unsere alte Web-Site war deutlich in die Jahre gekommen, nicht mehr zu 100% sicher und durch das vollkommen sinnbefreite WordPress GUTENBERG-plugin schliesslich ins digitale Nirwana abgedriftet. Während wir nun an einer neuen Gestaltung sowie einem neuen Design basteln, wird uns vorübergehend dieses schlichte Word-Press-Theme über die Baustellenzeit retten. Nicht unbedingt der optische Traum, aber so bleiben Sie trotz des digitalen Hämmern & Sägen auf dem Laufenden!

Badisch Rotgold?

Badisch Rotgold? Noch nie gehört? Grämen Sie sich nicht, auch mir war diese Kategorie ‘Wein’ bis vor wenigen Wochen komplett unbekannt. Und selbst wenn Sie nun ‘google’ bemühen – es wird Ihnen wahrscheinlich nur der Name ‘Bettina Schumann‘ oder ‘Weinhaus Rabe’ (RAlph & BEttina) angezeigt…
‘Badisch Rotgold’ scheint genau wie die berühmt-berüchtigte ‘Liebfraumilch’ oder ‘Zeller Schwarze Katz’ ein Relikt der 1970er Jahre, als deutscher Wein massenkompatibel süß eine komplette Generation in Rausch & Kopfweh trieb…
Beim Badisch Rotgold handelt es sich zwar um einen Wein mit der Farbe Rosé, aber laut Weinrecht auf gar keinen Fall um einen ‘Rosé’. Nein, wir müssen hier technisch vom Begriff des ‘Rotling’ sprechen, einer Weingattung die es m.W. so nur in Deutschland (und hier vorwiegend in Württemberg & Franken) gibt. Während der ‘Rosé’ aus roten Trauben gekeltert wird und seine Farbe dadurch erhält, dass der Saft nur kurz mit den farbgebenden Schalen in Kontakt war, werden beim Rotling schlichtweg rote & weisse Trauben gemischt. Was sich auf den ersten Blick nach willkürlicher Panscherei anhört, ist de facto kellertechnisch gar nicht mal so anspruchslos. Nehmen wir das konkrete Beispiel des ‘Badisch Rotgold’ von Bettina & Ralph (Hinweis: ein anderes Beispiel kann ich aktuell gar nicht nehmen, da die Beiden augenscheinlich die einzig Verrückten sind, die sich an diesen historischen Wein wagen…): laut badischem Weinrecht ist ein Anteil von mindestens 51% Grauburgunder vorgeschrieben plus als zweiter Rebsorte zwingend der Spätburgunder. Die Weine müssen zudem ZUSAMMEN ausgebaut werden, soll heissen: Grauburgunder & Spätburgunder werden bereits als Most verschnitten und gären dann zusammen. Das ist schon mal eben eine Hausordnung, die garantiert kein Winzer so aus dem Ärmel schütteln kann – sprich: wer hat hierbei schon Erfahrung? Bettina & Ralph geben den ‘Badisch Rotgold’ zudem noch ins Holzfass, genauer ins 225 Liter fassende französische Barrique. ‘Verschnitten’ oder ‘Cuveetiert’ werden zum Schluss nur die veschiedenen ‘fertigen’ Fässer mit unterschiedlichem Grad an Restzucker.
An dieser aufwendigen Herstellung erkennt man bereits: der Pfad des ‘beglückenden Rauschmittels für Kegelclubs’ wurde meilenweit verlassen, nein, hier geht es darum etwas ‘Altbackenes’ komplett neu & modern zu interpretieren. So finden wir in der Nase leicht rauchig-würzige Ankläge des Spätburgunders, sanft begleitet von dezenten Himbeer-/Erdbeernoten. Hinzu etwas gelbe Frucht nacht Birne, am Gaumen eine ordentlich-schmelzige Textur aus der Kombi ‘Grauburgunder plus Holz’, aber nie vanillig oder sperrig. Der Wein ist von der Analyse her mitnichten trocken, aber die 10 Gramm Restzucker braucht der Wein auch locker, um dieser Struktur & Würze eine elegant-trinkiges Kleid zu verleihen. Und was ist es jetzt nun? Rosé? Leichter Rotwein? Wuchtiger Grauburgunder? Rotling?
Lassen Sie es mich so sagen: für mich ist es ein großer Wurf, ein Wein, den ich nicht vergleichen muss, sondern der ganz bewusst als ‘Badisch Rotgold’ eine alte/ neue Nische besetzen kann.
Nur Eines ist klar: ein ‘Terrassen-hau-mich-weg-Hubba-Bubba-Rosé’ ist das garantiert nicht, dafür ist schlichtweg viel-zu-viel Leben in diesem Wein!

‘Badisch Rotgold’ Baden QbA 2018 – € 9,90/ 750ml Flasche

Käme er doch bloß vom Ätna…

Lieben Dank an meine Lieblingsspedition MBS für’s Aufräumen…
Und was habt ihr da im Kölner Lager gefunden? Einen Weisswein aus Süditalien, genauer aus Kalabrien, einen 2012er! Müsste theoretisch und auch praktisch mausetot sein. Sagt mein Gefühl und meine Lebenserfahrung. Sicher? Zu 90%!
Und die restlichen 10%? Man weiss halt nie im Leben…
Soll ich es lang oder kurz machen? Kurzfassung: wäre der Wein vom Ätna, würden alle vor Entzückung aus Jacke & Hose gleichzeitig springen und bei entsprechendem Marketing 30 Euro auf den Tresen legen. Pro Flasche.
Ich lasse jedoch Jacke und Hose an – und die berühmte Kirche im Dorf.
Der ‘Filù’ ist ein reinsortiger Greco – und wird interessanter Weise auch von einem Weingut mit dem Familiennamen ‘Greco’ (kein Witz!) produziert.
Die aromatische Rebsorte ‘Greco’ wurde ursprünglich von den antiken Griechen ‘eingeschleppt’; eine Verwandtschaft mit der Muskateller-Spielart ‘Moscato d’ Alessandria’ ist m.E. historisch nicht komplett auszuschliessen. Jung lebt dieser Wein natürlichen vom Duftkomplex – und darauf wird er auch schlichtweg reduziert. Fehler? Kapitaler Fehler! Muskateller (und auch dieser Greco!) können toll reifen: in der Nase etwas Pfirsichkompott und Grapefruit; am Gaumen Reifetöne wie bei einem Riesling von Schieferböden. Dazu aber eine formidable Säure und feine Bitterstoffe. Ist der Wein ‘am Ende’? Niemals, dass ist ein gereifter Wein, satt ausgestattet mit Sekundäraromen nach gedörrtem Obst. Wäre er vom Ätna (s.o.) oder als ‘Riesling Spätlese’ etikettiert, würde jeder sagen: geil! Auch etwas weiter nördlich von Kalabrien, rund um den Vesuv, sorgt die Rebsorte als ‘Greco di Tufo’ für Hysterie, auch preislich. Aber Hysterie um einen Greco aus Kalabrien? Nein – und so ist dieser formidabel gereifte Wein nur ein unbekannter Italiener, für den sich Niemand interessieren wird…

Sollte doch Jemand ‘Bock’ haben: für 19 Euro könnt ihr ihn haben. Die komplette 6er Kiste! Wer nur 1 Flasche will, zahlt auch 19 Euro. Nehmt also 6 und verschenkt 5 davon, damit Jede-und-Jeder weiss, was Kalabrien so auf die Latte bekommt! Nur solange Vorrat reicht!

Pasión Moscatel – das geht doch gar nicht…

Ein trocken ausgebauter Muskateller aus dem heissen Valencia – und das soll funktionieren?!? Aus der Distanz würde ich sagen: niemals! Unter DEN klimatischen Bedingungen in Südspanien muss ein Muskateller eigentlich kapitulieren. Da kippt das Aromatische ganz schnell ins Seifige, ins Puffige, da bricht die Säure weg und hintenrum wird es dann bitter und uncharmant.
Wie schön, dass dieser Wein dann auf eine so wunderbare Art kontert und demonstriert, wie sinnlos & überflüssig Vorurteile sind…
Noch verrückter wird das Ganze, wenn man feststellt, dass der 2017er eigentlich immer besser wird. Durch die lange Lagerung auf der Feinhefe wird der Wein zunehmend schmelziger und stoffiger am Gaumen. Er lebt nun mitnichten von der primären ‘Muskateller-Aromatik’, die den Wein jung förmlich in die Nase hüpfen lässt. Nein, jetzt erinnert er mich eher an gereifte Grüne Veltliner aus der Wachau. Verrückt!
Aber wie funktioniert das Ganze denn jetzt, hier im Süden Spaniens? Nun, die Verantwortlichen der Bodegas Sierra Norte kraxeln zunächst einmal in die Höhe: auf 900 Meter über dem Meeresspiegel liegen die Weinberge in der Zone ‘El Pincho’. Ein weiterer Faktor ist das Bodenmanagement: sämtliche Weinberge der ‘Pasion’-Linie werden seit längerer Zeit bio-dynamisch bewirtschaftet. Dies führt dann nach 10-15 Jahren dazu, dass sich die Rebe mit ihrer Umgebung ‘arrangiert’. Sie ‘merkt’ sich genau wieviel Wasser, wieviele Nährstoffe ihr hier zur Verfügung stehen – und danach bildet sie Blüten & Frucht aus. Würde man hier agronomisch eingreifen und Stickstoff und/oder Wasser hinzufügen, würde der Rebstock mehr Früchte produzieren, als eigentlich ‘gesund’ wäre. Die Pflanze würde irgendwann in ‘Stress’ geraten, nur noch Zucker für den eigenen Stoffwechsel produzieren, Säure und Bitterstoffe hingegen verbleiben auf einem ‘primitiven’ Entwicklungsstand und reifen nicht aus. Ergebnis wären dann ‘seifige’ Weine mit riesigem Alkoholgehalt und ‘fiesen’ Bitterstoffen am Gaumen.
Hier beim 2017er ‘Pasión de Muscatel Seco’ jedoch ein wunderbar cremiger, stoffig-würziger Weisswein mit elegantem Mundgefühl. Unterstützt von einer dezenten Noten nach tropischen Früchten, die die Muskateller-Wurzeln nicht verleugnet, aber niemals dominant wird. Für mich persönlich ganz, ganz großes Kino, wirklich große Klasse und dies für unter 10 Euro die Flasche. Dringende Probierempfehlung!

Mariana: neuer Look

Die ‘Mariana’-Linie des portugiesischen Weingut ‘Herdade do Rocim präsentiert sich mit dem Jahrgang 2018 im ‘neuen Look’: das Design der Etiketten wurde etwas modernisiert. Aber wie sieht es in der Flasche aus? Mit dem Jahrgang 2018 bin ich wieder vollkommen zufrieden. Der vorherige 2017er hatte mich nur zu 98% glücklich gemacht, da waren doch ein paar kleine Dellen in der Erfolgsstory des noch sehr jungen Weingutes. In 2018 sind die Weine wieder unglaublich präzise, gerade der Weisse und der Rosé wirken ungemein ‘Italienisch’ (kein Wunder, hat doch die Tochter des Hauses, Catarina, im italienischen Bologna Agronomie studiert), der Rote hingegen mit einem wunderbaren Kick Vanille im Abgang. Das ist aber mitnichten eine Kopie der häufig in Spanien anzufindenden Stilistik, sondern vielmehr sehr individuell und unverwechselbar. Selbst als ‘Jungspund’ ist dieser 2018er bereits jetzt mit einem massiven Genussfaktor ausgestattet! Preislich geht es bei allen 3 Weinen von den bisherigen € 7,80/ Flasche leicht nach oben auf acht Euro. Das sind keine 3% – und wenn ich vor der Wahl stünde, ob 7,80 für 2017 oder 8 Euro für 2018, dann bräuchte ich keine Milli-Sekunde zu überlegen…



Nicht links liegen lassen: Weingut Forster/ Nahe

Es sind -wie so häufig- die Zufälle, die für Überraschungen im (Wein-) Leben sorgen. Anlässlich der Prowein auf der Suche nach einem Weingut aus Baden, landet man plötzlich zufällig an der Nahe. Nicht weil ich geographisch verpeilt wäre, sondern schlichtweg weil es sich aufgrund der Laufwege rein zufällig ergab. Und weil ‘Zufall’ nun mal nicht ‘Absicht’ oder ‘Plan’ bedeutet, konnte ich ohne jegliche Ambitionen so objektiv und neutral wie möglich probieren.
Nein, “Forster aus Rümmelsheim” stand definitiv nicht auf der ‘to-do-Liste’ für die Prowein. Wieso auch? Die Weinregion Nahe am südlichen Ende des Hunsrücks ist eher ein Gebiet, wo man gefühlt -fast schon gedankenlos- auf der A61 durchrauscht: Rheinhessen und die Pfalz mit ihrem ‘Sex-Appeal’ locken in schnellen 10-60 Autominuten. Da fällt so eine Region wie die Nahe schon mal durch’s Raster der Wahrnehmung. Ob dies arrogant, menschlich, oberflächlich oder was auch immer ist … geschenkt! Eines ist jedoch klar: es ist ein großer Fehler! Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es auf engstem Raum eine derartige Vielfalt an Klima und Geologie! Es vereinen sich sowohl Einflüsse von Mosel (Rotschiefer), Mittelrhein (Grauschiefer), Rheingau (Quarzit), Rheinhessen (Lössboden) wie auch der Pfalz (Muschelkalk) auf wenigen Kilometern. Und diese Millionen Jahre alte Laune der Natur prägt die Weine in einer Vielfalt, dass es wahrlich schwer fällt, wenn nicht sogar unmöglich ist, von ‘DEM Nahe-Wein’ zu sprechen. Vielleicht macht diese Vielfalt uns ‘Trinker’ auch so unsicher im Umgang mit der Nahe. Sehr viele Stilistiken, sehr viele Informationen – die müssen erst einmal verarbeitet werden.

Bei dieser ‘Verarbeitung’ hilft uns in wunderbar entspannender Art & Weise das Weingut Forster unweit der Burg  Layen. Georg und Margit Forster waren vor 25 Jahren ‘Öko-Pioniere’ im Ort. Der geneigte Leser möge sich bitte vor Augen halten, dass vor 25 Jahren eine derartige Entscheidung nicht unbedingt ‘sexy’ war, in einer Zeit wo man despektierlich von den ‘Ökos’ redete und Bio eben noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen war. Das Ehepaar Forster ist den Weg behaarlich gegangen, Georg Forster gilt in der Szene fast schon als der ‘Boden-Pabst’, ist er doch stets auf Veranstaltungen im In- und Ausland unterwegs, um das Thema ‘Gesundheit der Böden’ weiter zu perfektionieren. Sohn Johannes kann mit seiner visionären Denkkraft im Weinkeller nun die Früchte der Bio-Arbeit ernten. Die Traubenqualität ist selbst in schwierigen Jahren so exzellent, dass Johannes im Keller viele ‘Experimente’ wagen kein. Ein Chardonnay ‘Reserve’ oder ein Frühburgunder ‘Johannisberg’, der den Ausbau im 500l Tonneaux mit einer Frische und salzigen Würze kontert, dass es eine wahre Freude ist!
Johannes arbeitet häufig mit verlängerten Maischestandzeiten und langem Lager auf der Feinhefe. Das ergibt recht farbstabile Weine mit einem sehr schmelzig-milden Eindruck im Mund. Die Rieslinge (natürlich ist Riesling an der Nahe DAS Thema) spielen von den fruchtigen Basis-Rieslingen über die ‘Erdenweine’ (Kies versus Schiefer) bis hin zur Einzellage ‘Schlossberg’ oder gar der edelsüßen Auslese nahezu jede Tonart! 

Das Marketing und das Erscheinungsbild der ‘Marke’ Forster ist zudem erfreulich modern und designorientiert. Wer jetzt denkt ‘Bio plus Design – jetzt wird es aber teuer!’ Fehlanzeige: auf diesem Qualitätsniveau sind die Weine geradezu ein Schnapper. Ein Weissburgunder mit genauso viel Sortentypizät wie Schmelz & Raffinesse für deutlich unter 10 Euro – wo gibt es dann denn noch?

Wer aus diesen Zeilen heraushören möchte, dass ich gerade ganz viel Spass mit der Nahe und dem Weingut  Forster habe – gerne, ich werde nicht widersprechen 🙂

Vom Weingut Forster führen wir aktuell u.a. folgende Weine im Sortiment (die Preise sind identisch mit den ab-Hof Preisen und gelten für 750ml)

Rivaner Nahe QbA 2018 (€ 6,50)

Weisser Burgunder Nahe QbA 2018 (€ 7,50)

Riesling trocken Nahe QbA 2018 (€ 7,50)

Riesling feinherb Nahe QbA 2017 (€ 7,50)

Riesling ‘Bergsteiger’ Nahe QbA 2017 (€12,50)

Riesling ‘Wüstenwanderer’ Nahe QbA 2017 (€12,50)

Riesling ‘Seefahrer’ Nahe QbA 2017

Riesling Nahe QbA 2017 ‘Vom Kies’ (€ 9,50)

Riesling Nahe QbA 2017 ‘Vom Schiefer’ (€ 9,50)

Riesling ‘Schlossberg’ Nahe QbA 2016 (€ 15,00)

Riesling Auslese edelsüß Nahe QbA 2017 (€ 16,00)

Grauburgunder ‘Reserve’ Nahe QbA 2017 (€ 15,00)

Solaris Auslese edelsüß Nahe QbA 2017 (€ 9,00)

Forster’s Rotwein Nahe QbA 2018 / fruchtig (€6,50)

Spätburgunder Rosé Nahe QbA 2018 (€ 7,00)

Spätburgunder Blanc de Noir Nahe QbA 2018 (€ 12,50) – im Vorlauf/ wird noch etikettiert!

Frühburgunder ‘Quarzit’ Nahe QbA 2017 (€ 9,50)

Frühburgunder ‘Johannisberg’ Nahe QbA 2015 (€ 17,00)

 

 

 

Ostern: IBU’s for him

To all those beautiful ladies dort draussen an den Empfangsgeräten: ist euer ‘Alter’ bereit für einen Frühjahrs-Check? Wollt ihr mal testen, was er nach dem Winter noch so drauf hat – oder ob er insgeheim schwächelt? Dann haut ihm doch zu Ostern mal richtig Hopfen & Malz um die Ohren! Als Test verwenden wir am Besten die dunklen, kräftigen Biere mit ordentlich IBU (‘International Bitterness Unit’). Diese Kennzahl sagt nicht unbedingt etwas darüber aus, wie ‘bitter’ ein Bier ist, denn bei komplexen, kräftigen Bieren steht den IBU immer ein (süßlicher) Malzkörper und Alkohol satt gegenüber.
Wenn euer Süßer, bei den folgenden 6 Bieren schwächelt, ist er definitiv nicht gut durch den Winter gekommen…

Crew Republic ‘7:45 Escalation’: 8,3% alc. und jede Menge Hopfen sorgen für stattliche 83 IBU. Das ist mal ein Brett!
Crew Rebublic ‘Drunken Sailor’: Klassisches, stark gehopftes IPA mit 6,4% und 53 IBU
Crew Republic ‘Foundation’: das erste Bier der Münchner Jungs überhaupt. Seit 2011 ein Klassiker mit 5,6% und 40 IBU
Crew Republic ‘In your face’: Bääm! 6,8% und 70 IBU. Das haut dem Göttergatten voll auf die Zwölf! Ob er wieder aufsteht?
Landgang ‘Dunkle Macht’: ein Porter zum Fürchten. Karamell- und Röstnoten. 6,6% und 40 IBU schreien nach kräftigen Speisen!
Buddelship ‘Kohlentrimmer’: tiefdunkles Schwarzbier mit 5,3% und 30 IBU. Schöne Schoko- und Kaffenote!

Preis für den ‘Fintness-Check’: € 18,00 für 6 Biere im ‘Männertäschchen’



Ostern: Happy Cider for her

Nein, zu Ostern schenken wir uns Nichts!
Klar, kenne ich, und dann wird hier Ostersamstag im Laden wieder Schlange gestanden. ‘Eine Kleinigkeit soll’s nur sein, nur eine Aufmerksamkeit…’
Wie wäre es da mit einem schönen Beauty-Täschchen für ‘Sie’? Fünf komplett verschiedene Cider aus Österreich. Alle gigantisch. Alle zum Dahinschmelzen. Schön verpackt im kleinen Handtäschen.
Preis: 16,60. Tipp: es wäre noch Platz im Täsch’le für eine Dolfin-Schokolade 🙂

* ‘Wild Tree’ – der Klassiker, kalt gehopft mit Centennial & West Coast Chinook; erinnert in der Nase leicht an ein Pale Ale, aber mit toller, frischer Säure des Apfel-Cider (€3,00/ 330ml)
* ‘Buddha’s Hand’– mit der seltenen Zitrussorte ‘Buddha’s Hand aromatisiert; ein Hauch von Bergamotte, viel Zitrus. Den ‘Craft Beer’ Fans häufig etwas zu parfümiert, Cider-Fans und Frauen hüpfen vor Freude!
* ‘Ginger for my honey’ – Ingwer und Berghonig runden ab. Noten von Zitronengras und Heu, der Honig komplett dezent, und dann diese fein dosierte Ingwerschärfe. Toll!
* ‘Lazy day cucumber’ – Holunder und fermentierter Gurkensaft – hat etwas von Gewürzgurke, aber niemals dominant. Hört sich verückt an, schmeckt crazy!!
* ‘Quincy Joe & Hops’ – mit Johannisbeere & Quitte. Kommt eventuell den belgischen Kriek-Bieren nahe, jedoch viel säurefrischer und nicht so süß. Toller Frische-Kick! (alle € 3,40/ 330ml)

Craft-Beer in Hennef

Craft Beer ist mehr als nur cool & hip. Craft-Beer eröffnet eine geschmackliche Viefalt, die weit, weit entfernt ist von den sogenannten ‘Fernsehbieren’ (so genannt aufgrund der permanenten Werbepräsenz im Fernsehen). Nicht selten verlassen diese ‘Biere’ das schmale und antiquierte Korsett des Reinheitsgebotes von 1516, welches nur Gerstenmalz, Hopfen, Wasser und Hefe zulassen. Dass moderne Großbrauereien gerne Hilfsmittel zum Klären & Stabilisieren verwenden, wird dabei unter den Tisch gekehrt. Gerade aus dem angelsächsischen Raum, aber auch aus BeNeLux und Skandinavien haben sich inzwischen hierzulande grandiose Bierstile etabliert. Pale Ale, IPA oder Witbiere sind kulinarische Errungenschaften, die ich persönlich nicht mehr missen möchte. Aber auch diese Bierstile sind inzwischen ‘legalisiert’: das Biersteuergesetz von 1993 ist hierbei die Rechtsgrundlage für’s Brauen. Und hier sind neben Hopfen, Malz, Hefe und Wasser durchaus ‘Ausnahmen’ erlaubt. Entsprechende Biere müssen dann nach §9 den Zusatz ‘Besondere Biere’ tragen. So ist bspw. das ‘Belgisch Wit’ von Kühn Kunz Rosen aus Mainz (s.u.) ein solches ‘Besonderes Bier’: aromatisiert mit Koriander, Orangenschale und Paradieskörner!
Natürlich sind diese Biere speziell, ja zum hemmungslosen Saufen sind sie viel zu komplex und auch zu schade. Nein, die Aromenvielfalt erinnert eher an Wein – und daher sehen wir es als Weinhändler auch als unsere Aufgabe an, Ihnen diesen tolle geschmackliche Vielfalt zu präsentieren!

Famose Schose vom Kaiserstuhl: Bettina Schumann

Ich könnte mich jetzt mit fremden Federn schmücken und behaupten, dass ich jahrelang akribisch nach dieser Winzerin recherchiert habe, Ich könnte aber auch sofort die Wahrheit sagen und zugeben, dass ich durch einen ungewöhnlichen Zufall auf Bettina Schumann gestoßen bin…
‘Ungewöhnlich’ passt aber Bestens in die ‘Story Schumann’. Bettina kommt ursprünglich aus Berlin, besitzt nicht einen einzigen Rebstock – und macht trotzdem (oder gerade deswegen?) tolle Weine. Da ist nicht die Last oder Bürde eines geerbten Familienbetriebes, bei dem eine gewisse Stilistik weiter geführt werden muss. Da ist nicht der ‘Aussenbetrieb’ (Weinberge), die nicht nur finanziell und personell aufgebaut werden muss. Nein, da ist einfach nur der Wille und das Können eine eigene, persönliche Stilistik zu realisieren.
Bettina Schumann hat mehrere Weinbauern mit Topp-Lagen ‘unter Vertrag’ und kann somit auf hochwertiges Lesegut zurückgreifen. Vinifiziert wird von der diplomierten Önologin in einer riesigen alten Kellerei, wo sie sich mit modernem Equipment und feinen Barriques ihr Refugium eingerichtet hat.
Die Weine sind fast immer spontan vergoren und reifen mehr-oder-weniger in Barriques. Sehr fein, elegant, perfekt ausbalanciert und nie holzdominiert. Kraft, Volumen und Eleganz sind dann auch eher die Attribute für die Schumann’schen Weine; wer einen einfachen, schlichten Terrassensäufer sucht, der ist wahrscheinlich eher enttäuscht…
Auch beim Layout & bei der Namensgebung ist Frau Schumann etwas ‘anders’ unterwegs. Ihren Tick für rote Schuhe greift sie ebenso auf wie die ‘Berliner Schnauze’. Wundern Sie sich daher bitte nicht, wenn ein Weisser Burgunder ‘Bis in die Puppen’ heisst (feiert Frau Schumann etwas gerne?) oder der Graue Burgunder ‘Famose Chose’ (Recht hat sie!).
Neben dem ganzen ‘modernen Schnick-Schnack’ greift Bettina Schumann aber auch eine typische badische (Weinbau-) Tradition auf: sie vinifiziert einen ‘Badisch Rotgold’. Der etwas ‘angestaubte badische Klassiker’ aus roten und weissen Trauben wird bei Bettina auf süffigste Art neu interpretiert. Nicht komplett trocken. Ein wenig Barrique. Schmelzig und hemmungslos bis zum Anschlag!

Die Weine:
* 2017er Badisch Rotgold Rosé (Spätburgunder/ Grauburgunder) € 9,90
* 2017er Spätburgunder ‘Mittenmang’ Rosé € 10,90
* 2017er Weisser Burgunder ‘Bis in die Puppen’ € 10,90
* 2017er Grauer Burgunder ‘Famose Chose’ € 11,90
(Preise jeweils 750ml Flasche)



Hat Frau Schumann etwas ein Faible für rote Treter?