Spanien: wuchtig & elegant

Hier ein Paar, mit ‘gleichem Stammbaum’ – und dennoch grundverschieden. Der gleiche Stammbaum: die beiden Rotweine entstammen beide der Handschrift von Weinmacher Tomàs Cusiné. Als früherer Weinmacher von Castel del Remei startete der Katalane Cusiné 2003 sein eigenes Weinprojekt. Besonders in den für uns nicht so bekannten Weinbauregionen wie Conca de Barbera oder Costers del Segre schuf er über all’ die Jahre Weine, die heute fester und geliebter Bestandteil unserer Trinkkultur sind. Der ‘Vilosell’ aus ‘Ull de Lebre’ (Tempranillo) Syrah und Garnaxta ist ein tief-tintiger Wein mit perfektem Ausbau in französischen Barrique. Dunkele Schokolade, Lakritz, Graffit und viel rote Beerenfrucht machen diesen Wein zu einem wuchtigen Wein, der aber nie satt oder müde macht. Ein Wein für Bordeaux-Trinker!
Grundverschieden hingegen der ‘Cara Nord’, ein Wein eher für die ‘Burgunder-Freaks’. Im Anbaugebiet ‘Conca de Barbera’, auf 800 Meter Höhe findet man ein Terroir, als würde man das Priorat und das Montsant auf einen Flecken verdichten. Sehr mineralische Böden, Schiefer, Granit und Grauwacke. Syrah, Ganaxta und die lokale Sorte Garrut bilden einen wunderbar mineralisch-eleganten Wein ab, der fast schon an Weine vom Ätna erinnert. Kühle Eleganz am Gaumen, ein wunderbarer Begleiter zu gegrilltem Lamm-Carrée.
Beide Weine sind 2016er; der ‘Vilosell’ kostet € 12,50, der ‘Cara Nord’ hingegen € 10,90. In der Qualität – und im Vergleich zu Priorat & Co. absolute Preis-Leistungs-Kracher!

Spanien: lecker und unkompliziert

Nicholas Hammeken gründete die Kellerei ‘Hammeken Cellars’ 2006. Die Kellerei ist groß. Sehr groß. Und eine große Stärke dieser sehr großen Kellerei ist es, einfach nur leckere Weine zu produzieren. Die Weine sind stets saftig, von sauberer Frucht, nie seelenlos – und immer wieder: lecker! Aus der Bio-Linie ‘Finca Milena’ eine weisse Cuvée aus Verdejo und einem kleinen Anteil Sauvignon Blanc. Frisch. Saftig. Lecker.
Der Rote als Blend aus Tempranillo/ Merlot/ Syrah auch wieder perfekt vermählt: der Bumms vom Tempranillo, die Blumigkeit des Merlot und die Würze des Syrah. Dazu kurze Passage in gebrauchten Barriques. Da kann man nix kritisieren, weil einfach nur: lecker! Kosten jeweils nur € 6,50 die Flasche und machen wirklich Jeden glücklich.

‘New World’ Weine

Komisch, wir sprechen gerne pauschalisierend von ‘New World’ Weinen -und werfen damit sprachlich alle Weine aus ‘Übersee’ in eine geschmacklichen Topf. Sollte man beispielsweise ‘California’ und ‘New Zealand’ in einem Atemzug nennen?

Wente/ California
Carl H. Wente gründete im Jahr 1883 das Weingut, indem er knapp 20 im Livermore Valley erwarb. 1912 war es sein Sohn Ernest, der Chardonnay Klone von der Universität zu Montpellier in Frankreich erwarb. Man vermutet, dass heute knapp 80% aller kalifornischen Chardonnay Rebstöcke auf dem ‘Wente-Klon’ basieren. Das Livermore Valley befindet sich knapp 1 Autostunde östlich von San Francisco. Das Weingut, das älteste noch rein familiengeführte Weingut der USA, wird heute in 5. Generation betrieben. Typisch amerikanisch ist der Betrieb heute multifunktional aufgestellt: es gibt einen von Greg Norman entworfenen Golfplatz, es gibt einen Wente Wine Club, eine exquisites Restaurant, Tagungs- und Feiermöglichkeiten etc.
Die Top-Range der Weine erreicht mühelos 3-stellige Verkaufspreise. Aber gerade die ‘Gutsweine’ vom winemaker Karl H. Wente machen richtig Spass: sehr sortentypisch, elegant, sehr dezenter Holzeinsatz. Der ‘Morning Frog’ ein wunderbarer, trockener Chardonnay (1g RZ!) mit sehr viel exotischer Frucht auf wunderbar dezenter Holznote. Nicht buttrig, nicht breit, erinnert fast schon an’s Burgund. Und das für € 10,90 die Flasche? Perfekt!
Interessant auch der ‘Riverbank’-Riesling, den wir allerdings nicht im Sortiment führen: mich hat interessiert, wie die Kalifornier den ‘German Riesling’ interpretieren. Pfälzer Style? Rheingau? Oder eher Mosel? Und dann ist es tatsächlich die Mosel-Stilistik, die die Kalifornier nahezu so perfekt ‘kopieren’, dass man glaubt man wäre in Pünderich oder im Ürziger Würzgarten. Verrückt!
Im Sortiment hingegen vorhanden ein Rotwein aus der Zinfandel-Traube. Zinfandel ist eng verwandt mit der italienischen Rebsorte ‘Primitivo’. Und was soll ich sagen: wenn wir auch wieder von ‘Kopieren’ sprechen, dann verneige ich mich vor Karl H. Wente: er kopiert den eleganten, ursprünglichen Primitivo-Stil, wie er vor 20 Jahren noch die große Entdeckerlust für Primitivo in mir ausgelöst hat. Komplett trocken (1g !) und nicht so mit Restzucker auf Gefälligkeit getrimmt wie all’ das was uns seit Jahren aus Süditalien Fruchtsuppen-mäßig überschwemmt. Fast schon burgundisch elegant, zärtliche Noten von Blüte, etwas Kirsche und diese typische Primitivo/ Zinfandelnote nach reifer Feige. Auch hier sind die € 10,90 je Flasche wieder absolut perfekt und genussvoll investiert. Fazit: über Bord mit allen Vorurteilen über ‘amerikanische Weine’: diese Weine können ganz große Eleganz!

Mount Riley – Marlborough
Sprachen wir eingangs pauschalisierend von ‘den’ Überseeweinen, müssen wir uns nun in San Francisco in den Flieger setzen um in knapp 20 (!) Flugstunden (!!) südwestlicher Richtung den Ort Benheim im neuseeländischen Weinbaugebiet ‘Marlborough’ zu erreichen. Auch dieser Weinbaubetrieb befindet sich in Familienbesitz, jedoch mit weitaus geringerer Historie als Wente: erst 1992 wurde die Farm von John Buchanan gegründet. Das Weinbaugebiet liegt am nördlichen Zipfel des Südteil von New Zealand. Benheim befindet sich etwas landeinwärts der berühmten ‘Cloudy Bay’ Bucht. Der Pazifik mit seinem ‘cool climate’ Einfluss ist geradezu prädestiniert für frische, knackige Weissweine. Wer hätte das gedacht, dass wir in Deutschland einmal derart heisse Jahrgänge in Folge haben – und uns nun nach den wirklich (noch) ‘kühlen’ Plätzen in der Weinwelt umschauen müssen…
Wenn man von neuseeländischen Weinen spricht, landet man unweigerlich sofort bei der Rebsorte Sauvignon Blanc. Der ‘Limited Release’ glänzt mit grasig-minzigen Aromen, aber auch deutlichen Noten von Mango und Ananas. Saftig & herzhaft zugleich! Besonders die tolle Länge und Eleganz macht den Limited zu einem deutlich besseren Kauf als es der ‘Basis’-Sauvignon ist ; die € 10,90 sind hier meines Erachtens perfekt investiert.
Sicherlich hätte man neben Sauvignon Blanc eher Chardonnay als nächste Rebsorte im Hinterkopf – aber Pinot Gris? Und doch: der Pinot Gris mit seiner teilweisen Vergärung im Barrique ist wirklich ein Schmeichler vor dem Herrn. Mit 6 g Restzucker nicht komplett trocken, aber super passend zur Säure und zu den Gerbstoffen. Hier sind die 10,90 auch wieder sehr genussvoll investiert. Cheers!

Olivenöl – das könnte eng werden…

Mit viel Glück konnten wir von unserem griechischen Lieferanten noch etwas ‘Aenaon’ Olivenöl aus der Koroneiki-Olive zugeteilt bekommen. Die 750ml Flasche ist bereits nicht mehr lieferbar, mit der 500ml Flasche und dem 5000ml Kanister stehen jedoch ‘kleinere’ und ‘größere’ Alternativen bereit.
Problematisch sind in Zeiten von Corona die Liefer- und Logistikketten – wir vermuten, dass eine Neulieferung nicht vor Ende Mai erfolgen wird.

Mit Forster ins 2. Jahr

Gemeinsam mit der sympathischen Familie Forster geht es bei uns nun mit dem Thema ‘Weine von der Nahe’ ins 2. Jahr. Etwas Wehmut schwingt mit, haben wir uns doch genau vor einem Jahr auf der Messe ‘Prowein’ in Düsseldorf kennen gelernt. Aber auch ohne Messekontakt ist derAustausch intensiv – und die neuen Jahrgänge wurden dann schlichtweg vor Ort in Rümmelsheim probiert. Mit grandiosem Ausblick auf den Burg Layer Schlossberg im Hintergrund. Schlimm ist anders 😉

Auch in 2019 ist die Stilistik wieder ‘typisch Forster’. Junior Johannes legt Wert auf niedrigen Alkoholgehalt, die Weine bleiben lange auf der Hefe, ein gewisser ‘phenolischer Ton’ ist gewünscht. Die phenolischen Stoffe sind überwiegend in Schalen, Kernen und Stielen zu finden und für die Farbe und die Tannin-Struktur verantwortlich sind. Durch eine längere Kontaktzeit des Mostes auf den Schalen ergibt sich so farblich ein intensiverer Ton – wundern Sie sich daher nicht über Gelbtöne in den Weissweinen. Im Geschmack machen sich die Phenole mit einer ganz leichter Würz- und Bitternote bemerkbar, die aber niemals unangenehm wird sondern für Frische sorgt. Positiver Nebeneffekt: durch diese stabilisierenden Bitterstoffe kommen die Forsters mit deutlich weniger Schwefel bei der Füllung aus. Somit haben Sie Weine aus ökologischem Landbau (ECOVIN) mit deutlich geringerer Schwefeldosis. Was will man mehr! Geschmack? Den gibt es bei Forsters obendrauf – tolle, sehr individuelle Stilistik!

Rivaner Nahe QbA 2019: die Rebsorte ist auch als Müller Thurgau bekannt, und für mich ist dies einer der besten trockenen Rivaner in Deutschland – und das mit € 6,90 unfassbar fair bepreist.

Weisser Burgunder Nahe QbA 2019: erinnert mich an Südtiroler Weissburgunder aus den Ende 1990er Jahren. Traumhafte Nase, wie aus dem Lehrbuch. Schöne Würze am Gaumen, feiner Schmelz, sympathische 12% Vol. Braucht Luft. € 7,50

Riesling trocken Nahe QbA 2018: Hier zeigt sich in Perfektion, welches Potential die Forster Weine haben. Was jung schon gut schmeckt, entwickelt mir Reife einen wunderbaren Schmelz. Ein wirklich prachtvoller Riesling mit perfekter Balance zwischen Moderne und ‘old fashioned’. Preis? € 7,50

Riesling feinherb Nahe 2019: Keine Angst vor restsüßen Rieslingen! Solange die Süße perfekt eingepasst ist, ist das eine geschmackliche Offenbarung. Saftig, frisch, blitzsauber. Ebenfalls€ 7,90

Riesling Spätlese feinfruchtig Nahe QbA 2018: hier ist deutlich mehr Restzucker im Spiel, aber perfekt balanciert. Der Wein wirkt verspielt, elegant und trägt die Riesling-Aromatik genauso grandios wie endlos. Träumchen! € 10,00

Riesling ‘vom Schiefer’ Nahe QbA 2014: den aktuellen 2018er Jahrgang zu nehmen, wäre ja komplett langweilig 😉 Georg Forster war so lieb etwas ‘Gereiftes’ zu Verfügung zu stellen: deutlicher Petrol, braucht Luft, fordert Geduld. Es kommen verdeckt Pfirsich, etwas Kamille und Heu. Die mineralischen Reifetöne werden zunehmend von den Fruchtigen abgelöst. Würze und Extrakt am Gaumen. Ich würde ihn sogar dekantieren! € 10,00

Scheurebe Nahe QbA 2019: tolles Spiel zwischen Frucht und Säure, saftig ohne Ende. Der leichte Restzucker trägt die typischen Aromen der Scheurebe (Ananas, Stachelbeere, Minze) einmal bis zum Saturn und wieder retour. Sollte man sich nicht entgehen lassen! € 7,50

TIPP Riesling Serie ‘Abenteurer’: die ‘Abenteurer-Serie setzt sich aus den 3 Rieslingen ‘Seefahrer’, ‘Bergsteiger’ und ‘Wüstenwanderer’ zu zsammen. Dies Edition steht symblisch für die geolgische Vielfalt der Weinberge an der Nahe. Nirgendwo sonst in Deutschland finden wir derart viele unterschedliche Bodenformationen auf engstem Raum. So kann die Nahe ‘Mosel’ genauso gut wie ‘Rheinhessen’ oder ‘Pfalz’. Der ‘Seefahrer’ steht bspw. auf Muschelkalk-Böden. Der ‘Bergsteiger’ hingegen eher steiniges Terrain, Quarzit-Böden. Und man mag es bereits erahnen: der ‘Wüstenwanderer’ steht auf einer warmen Parzelle mit sandigen, kiesigen Böden. Alle drei komplett unterschiedlich und daher auch ein wunderbares Geschenk im 3er Set. (Preis je Flasche: € 12,50; in der 3er Holzkiste als Geschenk komplett für € 45,00)

Rotwein: 

Frühburgunder ‘Quarzit’ Nahe QbA 2018: mit € 9,50 gehört dieser Bilderbuch-Lehrbuch-Frühburgunder zu den günstigsten Frühburgunders dieser Rebublik. Extrem sortentypisch, würzig, feine Strenge auf saftiger Frühburgunder-Aromatik.

Wir sind lieferfähig!

Leider sind unsere italienischen Freunde gerade in einer sehr dramatischen Situation, für die wir nur unsere besten Wünschen übersenden können! Wir alle hoffen, dass sich die Situation schnell zum Positiven verändert, damit Menschen und Waren sich wieder so frei bewegen können, wie wir dies in Europa zu schätzen gelernt haben.

In der Zwischenzeit möchten wir gerne Ihren Fokous auf einige Weine aus Spanien und Portugal lenken; teilweise neu, teilweise ‘alte Bekannte’ mit neuen Jahrgängen:

Aus Spanien:
Bodegas Izadi ‘Larrosa’ DOCa Rioja 2018: würziger Rosé aus Garnacha-Trauben. Kraft und Würze. Ideal mit ein wenig Reife! (€ 8,90)

Tomas Cusine ‘Vilosell’ Costers del Segre D.O. 2016: dichte, kraftvoll und doch elegant. Wunderschöne Noten von Lakritz und Graphit begleiten diese Cuvée aus Merlot/ Cabernet, Tempranillo Syrah und Grenache. Grosser Wein! (€ 12,90)

‘Cara Nord’ Negre Conca de Barbera D.O.2016: der Wein, der aus der Höhe kommt! Auf über 800m ü.N.N. wachsen die Reben (Syrah/Garnacha/Garrut) für diesen fast schon burgundisch eleganten Wein. (€ 10,90)

Bodegas Anadas ‘Care Tinto’ Carinena 2018: Grenache und Syrah, fruchtig & kraftvoll vinifiziert. Schöner Mainstream mit dem Attribut ‘lecker!’ (€ 6,90)

Bodegas Anadas ‘Care Rosado’ Carinena 2019: Tempranillo und Cabernet ergeben einen Rosé, bei dem man Nichts falsch machen kann. (€ 6,90)

Bodegas Anandas ‘Care Blanco’ Carninena 2018: Garnacha Blanca, Macabeo und Chardonnay verleihen auch diesem Wein den Status ‘everybody’s darling’! (€ 6,90)

Cava Rosé Reserva Brut ‘Jané Ventura’ 2016: warum nicht mal eine Rosé-Sekt mit Bums und Würze? Reinsortig aus Garnacha, 24-30 Monate auf der Hefe und mit 3g Restzucker würzig trocken (€ 11,90)

Aus Portugal:
Herdade do Rocim hat aus der beliebten ‘Mariana’ Reihe bereits die kompletten 2019er am Start. Der Weisse wieder mit erfreulich wenig Alkohol (12%), aber wunderschönem Mundgefühl und frischer Fruchtigkeit.
Der ‘Rosado’ gefällt uns mal richtig gut: in den letzten Jahren fehlte mir persönlich etwas die Struktur, nur aber wunderschön harmonisch und geradlinig.
Super beliebt – und das seit Jahren und zu recht- der ‘Tinto’. Obwohl noch ‘jugendlich jung’ (2019er) ist dieser Wein bereits perfekt trinkbar, überhaupt nicht ruppig. Da muss aber die Kellermeisterin ein feines Händchen haben 😉
Hinweis: Alle samt-und-sonders für € 8,00/ Flasche

Ein Highlight ist sicherlich der ‘Tinto’, als 2016er in der Magnum-Flasche. 2016 waren die Rocim-Weine noch etwas spröder, nicht so sehr auf Trinkfähigkeit vinifiziert. Dass bedeutet im Umkehrschluss: die 16er beginnen gerade erst schön zu werden! Toller Wein, und mit € 19,90 je Magnum hat man mächtig Wein & Spass in den Backen!

Für mich der heimliche Super-Star des Weingutes ist hingegen der ‘Amphora’, ein absolut minimalistisch vinifizierter Rotwein aus der Tonamphore. Was experimentell klingt, ist de facto blitzsauber, elegant, geschmeidig, von der Zungenspitze bis zum Abgang samtig wie Seide. Unfassbar geringe 12% Alkohol, dafür aber Substanz, Substanz, Substanz. Kostet € 19,00 je Flasche, ist aber jeden Euro-Cent wert. Ehrenwort!

Was wäre Portugal ohne Portweine ?!
Von Graham’s haben wir sowohl einen weissen Port – ungewohnt, aber wunderbar lecker. Getrocknete gelbe Früchte, feine Würze, ein toler Aperò! (€ 12,90).
Der rote ‘Late Bottled Vintage’ hat mächtig Struktur und Power. Reift 4-6 Jahre im Fass und überzeugt neben roten Früchten mit balsamischen Noten. € 17,50

COVID-19: wie gehen wir damit um?

Es sind besondere Zeiten: viele Fragen, Verunsicherung und einschränkende Maßnahmen prägen aktuell das Miteinander in der Gesellschaft. Wir für uns haben folgende Leitlinien entwickelt:

🥂 Unser Betrieb ist sowohl für die gewerblichen wie auch die privaten Kunden ganz regulär geöffnet.
🥂 Wir beobachten die Kundenfrequenz sehr sorgfältig; wir erwarten einen respekt- und verantwortungsbewussten Umgang miteinander. Hamsterkäufe bei Nudeln, Risotto, Saucen und Ölen etc. für Endverbraucher werden wir nicht unterstützen.
🥂 Bereits vor über 4 Wochen haben wir die Nachrichten aus Wuhan sorgfältig verfolgt und vorausschauend interpretiert. Aufgrund unserer kleinen Betriebsgröße war es für uns unproblematisch, sofort sämtliche Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen anzupassen. EC-Cash Gerät, Türgriffe etc. werden häufiger gewischt; Abstand im Kundenkontakt ist gewährleistet.
Wir behalten uns eine Zutrittsregelung für den Fall vor, dass der gebotene Sicherheitsabstand nicht gewährleistet ist.
🥂 Wir stigmatisieren nicht: Kunden mit Erkältungs- oder Schnupfensymptomen sind nicht automatisch Infektionsträger! Sie sind daher genauso herzlich willkommen; nach Verlassen des Geschäftes wird evt. nochmals gewischt (s.o.), so wie in jeder regulären ‘Grippesaison’ auch.
🥂 unsere Lieferanten, insbesondere unser italienischen Freunde, liegen uns sehr am Herzen. Wir arbeiten hier gemeinsam an genauso unkonventionellen wie pragmatischen Lösungen. Die Gewinnmarge ist nicht der Mittelpunkt des Lebens!
🥂 Veranstaltungen werden auch wir nicht anbieten – der Respekt vor Risikopatienten und den Menschen in heilenden / pflegenden Berufen hat absoluten Vorrang.
🥂 Bezahlen Sie bei uns ganz so, wie Sie wollen: Bargeld, girocard, kontaktloses Apple Pay – alles ist möglich.
🥂 ‘Halte Distanz’ so lautet das Motto der Stunde! Aber lassen Sie dabei Ihre sozialen Kontakte nicht komplett einschlafen. Machen Sie Alles eine Nummer kleiner, entspannter, ruhiger. Wie soll das gehen?
+ Wenn Sie Einkaufen gehen, vermeiden Sie die ‘Stosszeiten’.
+ Folgen Sie nicht dem ‘Herdentrieb’ und nutzen Sie bitte auch kleinere Händler, Bäckereien, Metzgereien, Bauernläden usw. Auch diese halten gerade den Dampfer mit mächtigem Engagement am Laufen.
+ Zudem freuen sich die Angestellten in Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten garantiert über etwas weniger Publikumsfrequenz & Stress…
+ Nutzen Sie die Möglichkeit – im Rahmen der Vorgaben – um gerade hier im ländlichen Bereich durch Spaziergänge Ihr Immunsystem zu stärken und den ‘Kopf frei’ zu bekommen.
🥂Wenn Sie es wünschen, liefern wir Ihnen Weine an die Haustür. Oder wir stellen Ihnen Ware zur Abholung bereit; ein paar Schritte an der frischen Luft sind nicht das Verkehrteste 😉 Sind die Distanzen größer, übernimmt UPS seit Jahren einen guten Job für uns!
🥂 übernehmen Sie Verantwortung – erwarten Sie nicht dass Ihnen Politiker, Behörden, Experten, Journalisten oder etwa Ihr Winzer oder Weinhändler alle Fragen beantworten kann oder Ihnen Entscheidungen abnehmen wird.
🥂 Denken Sie bitte bei Ihrem Einkaufsverhalten auch an die Menschen, die aktuell auf knapper Rille fahren. Beteiligen Sie sich bitte nicht an irrationalen Hamsterkäufen. Handeln Sie fair & sozial, lassen Sie die günstigen Produkte für unsere Mitmenschen, die jeden Eurocent umdrehen müssen.
🥂 wir gehen davon aus, dass es bereits in 10-14 Tagen eine Neubewertung geben wird, da sehr viele ökonomische wie auch soziale Fragestellungen diskutiert werden müssen.

Lassen Sie sich nicht unterkriegen, bleiben Sie gesund & fröhlich!

Weinseminar ‘bella Italia’ 07.03.20

‘Bella Italia’ – Potential ohne Ende!

Man munkelt, dass die Italiener selber gar nicht wissen, über wieviele unterschiedliche Rebsorten sie eigentlich verfügen… Zwar versuchen die Winzer auch mit ‘internationalen Sorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Merlot & Co. die Aufmerksamkeit der interenationalen Weinszene auf sich zu lenken, aber die wahre Größe steckt dann eher in den heimischen Sorten wie Sangiovese, Barbera, Verdicchio … Die Liste ließe sich endlos fortführen – wir machen mal den Anfang und starten mit 8-10 Weinen:

ca. 10 Weine, Preis: 29,- Euro
Das Seminar dauert ca. 2-3 Stunden
Ort: Wirtz Wein & Kulinarisches im Kloster Geistingen, Waldstr. 21, 53773 Hennef

Crossover

Heute stellen wir 2 Weine vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und der 3. Wein ist dann so etwas wie das ‘versöhnende Element’ zwischen diesen geschmacklichen Kontrahenten…

Bodegas LAN Rioja D.O. 2012 Reserva / 750ml / € 12,90

Bodegas LAN Rioja Reserva 2012 – ein ‘typischer’ Rioja aus Tempranillo & Graciano. ‘Typisch’ weil hier die komplette Dosis Holz prägend für diesen Wein ist. Noten von Nougat, Marzipan, etwas Kokos. Die roten Früchte nur ganz verdeckt im Hintergrund, die Trauben sind hier fast nur ‘Statisten’ um die Röstnoten des Barrique zu tragen. Das mag sich vielleicht schrecklich eindimensional anhören, aber in Geruch & Geschmack ist eine derartige Vielfalt, wie man sie nur an Feiertragen verarbeiten kann. Tolles Tannin, tolle Säure, ein Wein, der ‘gekommen ist um zu bleiben.’

‘U’ Passimento’ Sicilia Rosso IGT 2018 / 750ml/ € 8,90

Komplett anders geht es mit unserem nächsten Kandidaten weiter, ein Sizilianer mit toller, weicher, runder und saftiger Frucht und ganz wenig Gerbstoffen. Die Nero d’Avola Trauben werden am Rebstock durchtrennt und dürfen sich fortan ohne Nährstoffzufuhr schön geschmeidig in der süditalienischen Sonne konzentrieren. Der Anteil Frappato-Trauben liefert hingegen Frische & Säure, zudem dezente gelbfruchtige Noten. Beides zusammen macht den Wein trotz aller Kraft sehr trinkig, weich und rund. Trifft von Oma Erna über Onkel Kurt bis hin zur Nichte Jennifer-Christin fast jeden Geschmack!

Primitivo di Manduria Rosso Riserva DOC 2016 / 750ml/ € 12,50

Der lachende Dritte in der Mitte? Ein Primitivo aus Apulien, aus der Kernzone von Manduria. Wunderbare welke Blüten, Zedernholz, Tabak, kandidierte Früchte. Extrakt bis zum Abwinken, die oxidative Reife in den Barriques tragen die Frucht bis in alle Ewigkeit. Der Wein ist zwar holzgeprägt wie der Rioja, zugleich fruchtig-federleicht wie der Sizilianer. Wobei das Heuchelei ist, denn der Wein ist mit seinen knapp 16% Vol. alles Andere als ‘leicht’, er schmeichelt jedoch so, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Da sollte Oma Erna besser schon im Bett liegen…

Eiswein – wie lange noch?

Wann haben Sie Ihren letzten Eiswein getrunken? Können Sie sich nicht mehr daran erinnern? Grämen Sie sich nicht – Eiswein ist eine Rarität! Minus 7 Grad muss es haben, um die Trauben ‘irgendwann im Winter’ bis Mitte/ Ende Januar zu lesen. Zuvor lässt der Winzer schlichtweg Trauben hängen. In gut ventilierten Parzellen, in Parzellen wo die Kälte am ehesten zuschlagen kann. Während des bangen Wartens setzt bei den Trauben bereits eine natürliche Konzentration (‘Rosinierung’) ein. Durch das ‘Einfrieren’ der Beeren wird zusätzlich noch das Wasser in den Beeren kristallisiert, was für eine weitere Konzentration an Fruchtzucker und Säure sorgt. Insbesondere die Konzentration der Säure lässt einen Eiswein, im Vergleich zur klassischen Beerenauslese, eleganter & frischer erscheinen.
Nun haben wir natürlich ein ‘Problem’: die Natur! Soll heissen: ein Eiswein-Jahrgang ist nicht planbar. Während früher in Deutschland pro Jahrzehnt häufig 5-6 Jahrgänge Eisweine hervorbrachten, zeigt sich in der letzten Dekade: es waren gerade einmal 2 Jahrgänge, wo das Warten und Bangen der Winzer belohnt wurde.
Somit sind wir mitten in der Klima-Diskussion: wie lange wird es noch einen Eiswein in Deutschland geben? Wir glauben: die klassischen Anbaugebiete wie Pfalz & Rheinhessen, Mittelrhein und Nahe werden zukünftig komplett wegfallen. Die Fröste kommen zwar, aber mitunter viel zu spät im Februar oder März – und da ist das Traubengut schlichtweg entweder dem Vogelfraß zum Opfer gefallen oder aber verfault.
In 2018 hatten wir 2 tolle Umstände: zunächst einmal waren die Wingerte so voller gesundem Traubengut, dass sich viele Winzer getraut haben ‘etwas hängen zu lassen’. In Deutschland hatten sich 602 Betriebe bei der Weinkontrolle angemeldet (eine Eisweinernte ist meldepflichtig!). Und dann hat auch wirklich noch spät, um den 20. Januar 2019, Väterchen Frost Mütterchen Erde so geküsst, dass es geklappt hat.

Phlipp Müller & Jochen Laqué haben 2019 den ersten Eiswein ihrer noch jungen Weingutsgeschichte eingebracht. Aus der Topp-Lage ‘Appenhofener Steingebiss’ wurden tiefgefrorene Spätburgunder-Trauben geerntet und als Blanc de Noir (‘Weisser aus den dunklen Trauben’) abgepresst. Natürlich ist dieser Wein süß, natürlich ist dieser Wein dicht & opulent und natürlich trinkt man so ein Elixier nicht jeden Tag. Nein, dieser Wein ist einfach eine Botschaft, eine Offenbarung, eine Rarität.

Spätburgunder ‘Blanc de Noir’ Eiswein 2018 – 375ml / € 25,90

Hinweis: Eisweine sind stabil. Geschmacklich aufgrund des Zuckers und der Säure schlichtweg für die Ewigkeit gemacht. Und sie sind wertstabil! Aufgrund der geringen Verfügbarkeit ist laut unserer Recherche (Entwicklung der Verkaufspreise / Raritätenpreise) eine Preissteigerung von 10-15% per anno realistisch.
Wir werden daher für diesen Wein des Jahrgangs jährlich eine Preisanpassung in Höhe von ca. 10% vornehmen:
2020: € 28,50 / 2021: € 33,90 / 2022: € 40,00 / 2023: € 44,00 / 2024 € 49,00
Wer ein paar Euro übrig hat und diese nicht bei 0% Zinsen auf dem Konto entwerten lassen möchte, sollte evt. mit dem Gedanken spielen, selbst an dieser Wertentwicklung zu partizipieren.