Manfood – Negroni

Nein, für einen Cocktail ist die Konsitenz eindeutig zu fest 🙂
Andre & Jon haben bei ihrer ‘Negroni’-Jam knapp 48% Erdbeeren mit am Start, ergänzt um die klassischen Negroni-Zutaten Vermouth, Bitter und Gin. Keine Angst, die jeweiligen Anteile liegen alle unter 1%, geben aber trotzdem eine geschmackliche Note! Eine typisch britische Marmelade: gewöhnlich wäre den Briten schlichtweg viel zu langweilig!

Manfood – Kranichbeere lässt den BURGER fliegen

Wussten Sie, dass ‘Cranberry’, also die ‘Großfrüchtige Moosbeere’ im Deutschen eigentlich ‘Kranichbeere’ heisst? Verrückt, den Begriff Kranichbeere habe ich noch nie gehört…. Gesund soll sie sein, die Kranichbeere. Und sauer, ja, das ist sie. Aus diesem Grunde kommt sie eigentlich nie allein daher, sondern sucht sich stets unterstützende und begleitende Partner. Andre & Jon von Manfood haben hier Orange, Sternanis und Chili gewählt. Das funktioniert nicht nur zum traditionellen Thanks-giving-Truthahn, sondern auch ganz perfekt zu einem veritablen BURGER. Ob Beef oder Pollo ist hier egal, auch einen ordentlichen Bergkäse oder Cheddar darf man ruhig mit verbrutzeln. Und die Chili-Schärfe ist wirklich dezent verpackt!

Manfood – Mojito Jam

Man könnte es simpel ‘Fruchtaufstrich’ nennen. Oder ‘Marmelade’. Möglicherweise weckt dies aber Assoziationen, die diesem Produkt nicht gerecht werden. Limette, Mojito Minze und ein winziger Anteil Rum sind so perfekt aufeinander abgestimmt, dass Bitterkeit, Fruchtigkeit und Süße in harmonischer Balance stehen. Grandios & very british auf einem goldbraunen Toastbrot. Perfekt als Chutney zu Ziegenkäse. Wunderbar als Relish zu Lammfleisch. Oder fruchtg-bitterer Kontrast zur Panna Cotta. Als Bodenbelag für einen Käsekuchen? Auch keine schlechte Idee!
Be inspired – just try it out!!!

Wenn der Müller den Müller macht…

In diesem Jahr werden es 50 Jahre her sein, dass die Rebsorte Müller-Thurgau in die deutsche Rebsortenliste eingetragen wurde. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts ‘experimentierte’ der Botaniker und Rebenzüchter Hermann Müller aus dem schweizerischen Kanton Thurgau mit verschiedenen Neuzüchtungen. Bis weit in die 1990er Jahre galt der ‘Müller’ als eine Züchtung aus Riesling und Sylvaner (daher auch das häufig verwendete Synonym ‘Rivaner’). Erst neue genetische Analysemethoden brachten Licht in das Züchtungsdunkel: Riesling und Madeleine Royale (eine Gutedel-Spielart) sind die Eltern.
Vom einen Müller (Hermann, der Züchter) nun zum anderen Müller (Philipp, der Winzer):
Mit dem aktuellen 2018er Müller-Thurgau hat Philipp Müller als verantwortlicher Önologe im Weingut ‘Gut von Beiden’ einen echten Klopfer rausgehauen. Ein wunderbar süffiger Wein mit den feinen Charakterzügen eines Rieslings, aber ungleich weicher und trinkiger. Kein Wunder, dass dieser Wein in die Literflasche muss: jeder Schluck weniger wäre Folter. Und mit 6,90 die Flasche ist der Wein für die gebotene Qualität fast schon zu billig (umgerechnet auf eine 0,75er Flasche sind das gerade mal EUR 5,17!!!)

Grosse Eleganz, kleiner Preis: Torre Oria

Knapp 70 km nordwestlich von Spanien befindet sich das Weinanbaugebiet Utiel-Requena. Ähnlich dem benachbarten Kastillien La-Mancha, ist die Region (leider) für Eines bekannt: billiger Wein. Die Qualität der Weine ist im letzten Jahrzehnt bedeutend besser gewonnen, ja eigentlich sind es richtig gute Weine, die aus diesen beiden Regionen kommen. Aber das Image, das hängt immer noch nach…
Utiel-Requena ist Heimat der autochthonen Rebsorte Bobal, der mit seiner extrem tintig-dunklen Farbe so etwas wie der ‘Dornfelder Spaniens’ ist. Über 70% der Rebfläche sind mit dieser Rebsorte bestockt, und gerade mal etwas über 10% bieten DER spanischen Rebsorte schlechthin, dem Tempranillo, ihre Heimat. So ist die hier vorgestellte Crianza von Torre Oria fast schon ein Exot in der Region, handelt es sich doch um eine Cuvée aus Tempranillo und Cabernet Sauvignon. Der Wein wird für 6 Monate im Barrique aus amerikanischer Eiche ausgebaut. Jung wird dieser Wein sicherlich ‘maskiert’ geschmeckt haben, also von der vanilligen Holz-Dosis dominiert. Zum Glück konnte ich mit dem 2014er einen gereiften Jahrgang aufkaufen, der sich super elegant, weich, rund und harmonisch präsentiert. Einschränkung: der Wein braucht etwas Luft! Gerade geöffnet wirkt er in Nase & Mund etwas ‘staubig’, mit Luft kommen jedoch tolle Noten von schwarzer Johannisbeere und Kirsche. Da ist nichts Gekochtes oder Marmeladiges, kein störender Alkohol, einfach nur trinkige Eleganz. In anderen, weit renommierteren spanischen Regionen würde man locker 10-15 Euro auf den Tisch legen müssen. Dank des erwähnten Imageproblems sind wir hier aber bei € 6,50 die Flasche – und das für einen perfekt gereiften Rotwein mit Holzausbau!!

P.S. das Etikett ist wirklich so etwas von Retro und unfassbar unharmonisch, dass sich -zumindest bei mir – inzwischen eine Neigung entwickelt hat, dies als ‘kultig’ zu betrachten. Wo findet man so etwas heute noch 😉

 

Der Frostwächter

Genau solch’ frostiges Wetter ist wie gemacht für unsere Primitivo di Manduria Riserva! Ein reinsortiger Primitivo aus der Kernzone DOC Manduria (Apulien), voller roter Früchte (Himbeere, Johannisbeere), extrem üppig am Gaumen und mit einer ordentlichen Ladung Barrique im Abgang. Eigentlich hat der Wein von Allem zuviel: selbst das Gewicht der leeren Flasche ist schon so hoch, dass man denkt man hätte eine Magnum-Flasche in der Hand. Dann hat dieser Wein eine Extraktsüße am Gaumen, die erst einmal satt macht. Im Abgang dann die Noten des Barrique (12 Monate), die aber perfekt mit der Frucht spielen. Also eigentlich ist dieser Wein wie ein Amarone, nur halt 1000 km südlicher als die Hügel von Verona.  Hier-wie-dort Alkoholgehalte von 15%, hier-wie-dort eine Opulenz, dass man sich erst mal setzen und die Eindrücke verarbeiten muss…
Nicht vorwerfen darf man diesem Wein, dass er eine Kopie eines Amarone sei. Nein, im Süden hat man schon immer derart konzentrierte Weine gemacht und auch machen können: im Gegensatz zum Amarone im Norden sorgen hier Sonne & Klima für eine Konzentrierung ‘by nature’.
Mit € 12,50 ist dieser Wein fair bepreist: für einen vergleichbaren Amarone sind das 2-3fache fällig. Und bitte nicht vergessen: dieser Wein ist so üppig, da trinken 4 Leute an einer Flasche und fühlen sich bestens unterhalten.

Fazit: ein üppiger, intensiver Wein, wie gemacht für die kuschelig-kalte Jahreszeit mit einem ‘leider-sehr-lecker’ Siegel!

 

Achtung! Digitale Baustellenarbeiten…

Unsere alte Web-Site war deutlich in die Jahre gekommen, nicht mehr zu 100% sicher und durch das vollkommen sinnbefreite WordPress GUTENBERG-plugin schliesslich ins digitale Nirwana abgedriftet. Während wir nun an einer neuen Gestaltung sowie einem neuen Design basteln, wird uns vorübergehend dieses schlichte Word-Press-Theme über die Baustellenzeit retten. Nicht unbedingt der optische Traum, aber so bleiben Sie trotz des digitalen Hämmern & Sägen auf dem Laufenden!

2018-2008: ‘Collefrisio di Collefrisio’

Die rote Rebsorte Montepulciano gehört für mich zu einer der besten Sorten, die auf dem italienischen Stiefel zu finden ist. Voller Frucht, Kraft und Säure ergibt sie knackig-herzhafte Weine mit einem immensen Alterungspotential. Dass wir Händler und Konsumenten häufig nur belangloses Zeig vorgesetzt bekommen, liegt nicht an der Sorte selbst oder der kompletten Unfähigkeit der Winzer, sondern an ökonomischen Faktoren. In den italienischen Regionen Marken und Abruzzen haben jahrzehntelang Genossenschaften oder Grossabfüller den Ton angegeben. Die gering gezahlten Traubenpreise lies den Weinbauern gar keine andere Möglichkeit, als ‘Masse statt Klasse’ zu produzieren. Die immer noch recht überschaubare Anzahl der Selbstvermarkter und Selbstabfüller unter den Winzern in den Regionen, versuchen verzweifelt das ramponierte Image aufzubessern und der Rebsorte zu dem zu verhelfen, was sie eigentlich verdient hat: ein Star am italienischen Weinhimmel zu sein.
Das Weingut ‘Collefrisio’ aus den Abruzzen hat sich erstmalig mit dem Jahrgang 2008 getraut, einen ‘Klopfer vor dem Herrn’ raus zu hauen. Gerade mal 40hl Ertrag je Hektar (für das deutsche Flaggschiff ‘Grosses Gewächs gelten 50hl/ha!), ewig lange Maischestandzeit und eine anschliessende Reifung von 18 Monaten im Barrique lassen uns einen Wein erleben, der mit Amarone, Brunello, Barolo und Co. auf jeden Fall in einem Atemzug genannt werden muss (natürlich nur mit den Besten der genannten Appellation).

Ökonomisch erfolgreich war dieser grandiose Wein für Amadeo de Luca und Antonio Particelli leider nicht: einen solch guten Wein traut man der DOC Montepulciano d’ Abruzzo mit ihren Massenweinen einfach nicht zu. Und so sind die Beiden einige Jahre später dazu umgeschwenkt, Montepulciano ‘more sexy’ zu gestalten. Das Antrocknen der Trauben bzw. der Verschnitt mit Primitivo mag zwar dem sensorischen und ökonomischen Zeitgeist (kurzfristig) entsprechen – auf lange Sicht kann die Region aber nur mit  reinsortigen Weinen wie dem 2008er Flaggschiff punkten.

Wir haben noch einige wenige Flaschen im Verkauf: € 25,80/ 750ml