COVID-19: wie gehen wir damit um?

Es sind besondere Zeiten: viele Fragen, Verunsicherung und einschränkende Maßnahmen prägen aktuell das Miteinander in der Gesellschaft. Gesundheitliche, berufliche, soziale und gesellschaftliche Fragestellungen werden sicherlich weiterhin das turbulente Jahr 2020 prägen:

🥂 Unser Betrieb ist sowohl für die gewerblichen wie auch die privaten Kunden ganz regulär geöffnet.
🥂 Wir beobachten die Kundenfrequenz sehr sorgfältig; wir erwarten einen respekt- und verantwortungsbewussten Umgang miteinander.
🥂  Bitte halten Sie respektvollen  Abstand zueinander. Wir behalten uns eine Zutrittsregelung für den Fall vor, dass der gebotene Sicherheitsabstand nicht gewährleistet ist.
🥂 Wir stigmatisieren nicht: Kunden mit Erkältungs- oder Schnupfensymptomen sind nicht automatisch Infektionsträger oder Covid-19 Patienten. Sie sind daher genauso herzlich Willkommen – der Mund-Nasen-Schutz sollte auch hier obligatorisch sein.
🥂 Veranstaltungen, die eine noch nicht abschliessend bewertete Gefahr betreff ‘Übertragung via Aerosole’ bedeuten könnten (Indoor-Veranstaltungen mit keinem/ geringem Frischluftaustausch), sind bis auf Weiteres nicht zu realisieren.
🥂die Grillseminare mit Metzgermeister Peter Kraus sind komplett in das Jar 2021 verlegt – eine Nutzung der Räume der Metzgerei ist aus hygienischen & vorbeugenden Gründen nicht möglich.
🥂 Bezahlen Sie bei uns ganz so, wie Sie wollen: Bargeld, girocard, kontaktloses Apple Pay – alles ist möglich.
🥂 ‘Halte Distanz’ so lautet das Motto der Stunde! Aber lassen Sie dabei Ihre sozialen Kontakte nicht komplett einschlafen. Machen Sie Alles eine Nummer kleiner, entspannter, ruhiger:
+ vermeiden Sie die ‘Stosszeiten’ bei Ihren Einkäufen.
+ Folgen Sie nicht dem ‘Herdentrieb’ und nutzen Sie bitte auch kleinere Händler, Bäckereien, Metzgereien, Bauernläden usw. Auch diese halten gerade den Dampfer mit großem Engagement am Laufen.
+ Zudem freuen sich die Angestellten in Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten garantiert über etwas weniger Publikumsfrequenz & Stress…
+ Nutzen Sie die Möglichkeit – im Rahmen der Vorgaben – um gerade hier im ländlichen Bereich durch Spaziergänge Ihr Immunsystem zu stärken und den ‘Kopf frei’ zu bekommen.
🥂Wenn Sie es wünschen, liefern wir Ihnen Weine an die Haustür. Oder wir stellen Ihnen Ware zur Abholung bereit; ein paar Schritte an der frischen Luft sind auch in nicht-Corona-Zeiten nicht das Verkehrteste 😉
Sind die Distanzen größer, übernimmt UPS seit Jahren einen guten Job für uns!
🥂 übernehmen Sie Verantwortung – erwarten Sie nicht dass Ihnen Politiker, Behörden, Experten, Journalisten oder etwa Ihr Winzer oder Weinhändler alle Fragen beantworten kann oder Ihnen Entscheidungen abnehmen wird.
🥂 Wir beobachten tagesaktuell die Entwicklungen und passen uns flexibel und kreativ an. Bitte bedenken Sie: durch die respektvolle Distanz, bekannte Vorsorge bei Hygiene, das Vermeiden von großen Ansammlungen und dem gesunden Menschenverstand haben wir eine drohende Katastrophe in nur wenigen Wochen entschärft.

Taste.In.

Bekanntlich ist ja seit einigen Wochen nichts mehr so, wie es mal war. Am 7. März hatten wir unser letztes ‘stationäres’ Weinseminar, bereits mit Teilnehmerlisten zur eventuellen Nachverfolgung versehen. Es dauerte nur noch wenige Tage, und Deutschland stand still: Messen, Veranstaltungen, Tastings – allesamt auf Permafrost gelegt.
Aktuell boomt der Markt für ‘video tastings’, auch wir haben dieses Modul bereits durchgeführt. Ganz nett, eine gute Ergänzung – aber ein kompletter Ersatz für das stationäre tasting? Wo man Menschen live & in Farbe erlebt? Ich habe da meine Zweifel…
Aus diesem Grunde haben wir uns überlegt, wie ein Tasting in Zeiten von Corona aussehen könnte. Ein Tasting, dass den Hygiene-Empfehlungen entspricht, aber nicht das Gefühl vermittelt man wäre gerade in der Notaufnahme eines Krankenhauses… Nein, es muss ein teasting sein, wo feedback und reale Interaktion möglich ist.
Unsere Idee: wir machen ein taste.in. Draussen, bei uns im Hof, wo Frischluft herrscht. Jeder ist inzwischen so vernünftig, dass sie/er weiss, was Sicherheitsabstand bedeutet. Dafür brauchen wir kein Flatterband, sondern nur den gesunden Menschenverstand (und evt. eine 1,50m Schablone). Wir halten die Gruppengröße klein. Es wird daher nur mit Anmeldung funktionieren. Wir werden verschiedene Weine kurz & knapp vorstellen, ohne Chi-Chi und Brimborium. Wir werden Teilnehmerlisten führen, um für den Fall des Falles informieren zu können. Wir möchten kein Motto ‘Vernunft statt Genuss’. Wir möchten, dass Genuss & Vernunft partnerschaftlich & gleichberichtigt miteinander funktionieren. Und wir sind sicher: gemeinsam mit Ihnen funktioniert das!

Erster Termin: Mittwoch 20. Mai 2020 – 18-19 Uhr
Thema: Weingut Ilonka Scheuring – Franken
6 Weine von einer unkonventionellen Newcomerin aus Margetshöchsheim.
Preis: € 19,00/ Person. (max. 8 Teilnehmer)

Crossover

Heute stellen wir 2 Weine vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und der 3. Wein ist dann so etwas wie das ‘versöhnende Element’ zwischen diesen geschmacklichen Kontrahenten…

Bodegas LAN Rioja D.O. 2012 Reserva / 750ml / € 12,90

Bodegas LAN Rioja Reserva 2012 – ein ‘typischer’ Rioja aus Tempranillo & Graciano. ‘Typisch’ weil hier die komplette Dosis Holz prägend für diesen Wein ist. Noten von Nougat, Marzipan, etwas Kokos. Die roten Früchte nur ganz verdeckt im Hintergrund, die Trauben sind hier fast nur ‘Statisten’ um die Röstnoten des Barrique zu tragen. Das mag sich vielleicht schrecklich eindimensional anhören, aber in Geruch & Geschmack ist eine derartige Vielfalt, wie man sie nur an Feiertragen verarbeiten kann. Tolles Tannin, tolle Säure, ein Wein, der ‘gekommen ist um zu bleiben.’

‘U’ Passimento’ Sicilia Rosso IGT 2018 / 750ml/ € 8,90

Komplett anders geht es mit unserem nächsten Kandidaten weiter, ein Sizilianer mit toller, weicher, runder und saftiger Frucht und ganz wenig Gerbstoffen. Die Nero d’Avola Trauben werden am Rebstock durchtrennt und dürfen sich fortan ohne Nährstoffzufuhr schön geschmeidig in der süditalienischen Sonne konzentrieren. Der Anteil Frappato-Trauben liefert hingegen Frische & Säure, zudem dezente gelbfruchtige Noten. Beides zusammen macht den Wein trotz aller Kraft sehr trinkig, weich und rund. Trifft von Oma Erna über Onkel Kurt bis hin zur Nichte Jennifer-Christin fast jeden Geschmack!

Primitivo di Manduria Rosso Riserva DOC 2016 / 750ml/ € 12,50

Der lachende Dritte in der Mitte? Ein Primitivo aus Apulien, aus der Kernzone von Manduria. Wunderbare welke Blüten, Zedernholz, Tabak, kandidierte Früchte. Extrakt bis zum Abwinken, die oxidative Reife in den Barriques tragen die Frucht bis in alle Ewigkeit. Der Wein ist zwar holzgeprägt wie der Rioja, zugleich fruchtig-federleicht wie der Sizilianer. Wobei das Heuchelei ist, denn der Wein ist mit seinen knapp 16% Vol. alles Andere als ‘leicht’, er schmeichelt jedoch so, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Da sollte Oma Erna besser schon im Bett liegen…

Herbst. Wein. Kochen.

Wir freuen uns herzlich auf ein herbstliches Show-Kochen mit Kayne Schneider & Leon Kronester.
Der Schweizer Gerätehersteller V-ZUG feiert 10 Jahre ‘Lifestyle Cooking’. Dank Ralf Kronester, Küche-Wohnen-Gestalten aus Troisdorf, ist es uns möglich dieses kulinarische Event auch hier bei uns im Kloster anbieten zu können.

 

Termin: Dienstag, 19. November 18:30-22 Uhr. Preis: € 89,00/ Person inkl. Wein und Getränke. Anmeldung bitte unter 02241.70711

 

Glühwein der schmeckt – gibt’s das?

Bald droht sie wieder – die sensorische Apokalypse auf dem Weihnachtsmarkt. Leider halten viele Glühweine den geschmacklichen Ansprüchen von Weinliebhabern nicht stand. Doch zum Glück gibt es Abhilfe: einige wenige Winzer haben dieses geschmackliche Notstandsgebiet entdeckt – und packen selbst an. Familie Forster von der Nahe, Bio-Winzer im ECOVIN-Verband, produziert schon seit einigen Jahren sowohl einen weissen wie auch einen roten ‘Glüher’ – natürlich komplett mit Bio-Zutaten (Wein & Gewürze). Lieferbar auf Vorbestellung in der 1 Liter Flasche und in den praktischen Bag-in-Box-Schläuchen mit 3 sowie 10 Litern Inhalt.
Doch Vorsicht – genussvolle Bio-Qualität können wir nicht zum ‘Discounter-Preis’ anbieten:
1000ml Glasflasche: € 6,50 brutto
3000ml Bag-in-Box: € 17,90 brutto (Literpreis: € 5,96)
10000ml Bag-in-Box: € 49,90 brutto (Literpreis: € 4,99)

Ca’ Linverno – wenn’s Winter wird im Valpolicella

‘Monte Zovo’ – hinter dieser Kapsel verbirgt sich für mich eine der größten Überraschungen des Jahres.Mich erinnert dieser Wein an ‘historische’ Amarone della Valpolicella. Warum? Weil er nicht so fett & breit daherkommt wie moderne Monster-Amarone.Zunächst werden die Trauben sehr spät gelesen, zwischen Ende Oktober und Mitte November. Dieser natürlichen Konzentration am Stock schließt sich eine weitere ‘Trocknungsphase’ für knapp einen Monat an (in gut durchlüfteten Hallen). Nach der Gärung wird der Wein für 24 Monate in 225l Barrique und 500l Tonneaux gereift. Es dauert weitere 12 Monate auf der Flasche, bevor der Wein auf den Markt kommt. Da der Wein nicht nur aus den für das Valpolicella-Gebiet typischen Rebsorten Corvina und Rondinella, sondern auch aus 10% Cabernet Sauvignon besteht, kann dieser Wein nicht als Valplolicella DOC etikettiert werden. Sei’s drum: dieser ‘Rosso Veronese IGT’ erinnert mich an ganz feine Amarone alter Stilistik. Trotz 15% Vol und 34g (!!!) Trockenextrakt, ist dieser Wein subtil und fast zärtlich. Für mich ein ganz, ganz großer Wein.Wer darauf verzichten kann, dass ‘Amarone’ auf dem Etikett prangt, der findet im Ca’ Linverno grandiosen Genuss – und das für deutlichst unter 20 Euro die Flasche!

!! Räumungsverkauf !!

Wir räumen unser Kölner Aussenlager. Von der Palette weg könnt Ihr richtige, zum Teil sensationelle, Schnäppchen machen: wir hauen alle Weine zum Preis von 2 Euro (ZWEI EURO!) je Flasche raus. Es handelt sich um gereifte Weine, die bis zu 20 Jahre auf dem Buckel haben. Und manch ein Wein präsentiert sich aktuell so prächtig, das mir die Spucke wegbleibt (Tipp: 2003er Chardonnay von Colla aus dem Piemont!)
Die Kartons sind schmutzig, die Etikett manchmal etwas angegriffen. Zum Teil sitzen Korken fest oder bröseln etwas. Das sind auch keine Weine um sich auf der Terrasse schön Einen zu löten. Wir sprechen von Weinen mit Geschichte, mit Ecken und Kanten, mystisch, sich verändernd und etwas Geduld fordernd. Ganz wichtig: in diesem Stadium fordern die Weine geradezu eine Essensbegleitung – lasst euch von diesen Weinen bitte gnadenlos inspirieren!
Angebot ist freibleiben und solange Vorrat reicht! Kein Umtausch bzw. Garantie.
(Hinweis: die Weine wurden stichprobenartig von uns geprüft; komplett fehlerhafte Weine sind von uns bereits entsorgt worden!)

Badisch Rotgold?

Badisch Rotgold? Noch nie gehört? Grämen Sie sich nicht, auch mir war diese Kategorie ‘Wein’ bis vor wenigen Wochen komplett unbekannt. Und selbst wenn Sie nun ‘google’ bemühen – es wird Ihnen wahrscheinlich nur der Name ‘Bettina Schumann‘ oder ‘Weinhaus Rabe’ (RAlph & BEttina) angezeigt…
‘Badisch Rotgold’ scheint genau wie die berühmt-berüchtigte ‘Liebfraumilch’ oder ‘Zeller Schwarze Katz’ ein Relikt der 1970er Jahre, als deutscher Wein massenkompatibel süß eine komplette Generation in Rausch & Kopfweh trieb…
Beim Badisch Rotgold handelt es sich zwar um einen Wein mit der Farbe Rosé, aber laut Weinrecht auf gar keinen Fall um einen ‘Rosé’. Nein, wir müssen hier technisch vom Begriff des ‘Rotling’ sprechen, einer Weingattung die es m.W. so nur in Deutschland (und hier vorwiegend in Württemberg & Franken) gibt. Während der ‘Rosé’ aus roten Trauben gekeltert wird und seine Farbe dadurch erhält, dass der Saft nur kurz mit den farbgebenden Schalen in Kontakt war, werden beim Rotling schlichtweg rote & weisse Trauben gemischt. Was sich auf den ersten Blick nach willkürlicher Panscherei anhört, ist de facto kellertechnisch gar nicht mal so anspruchslos. Nehmen wir das konkrete Beispiel des ‘Badisch Rotgold’ von Bettina & Ralph (Hinweis: ein anderes Beispiel kann ich aktuell gar nicht nehmen, da die Beiden augenscheinlich die einzig Verrückten sind, die sich an diesen historischen Wein wagen…): laut badischem Weinrecht ist ein Anteil von mindestens 51% Grauburgunder vorgeschrieben plus als zweiter Rebsorte zwingend der Spätburgunder. Die Weine müssen zudem ZUSAMMEN ausgebaut werden, soll heissen: Grauburgunder & Spätburgunder werden bereits als Most verschnitten und gären dann zusammen. Das ist schon mal eben eine Hausordnung, die garantiert kein Winzer so aus dem Ärmel schütteln kann – sprich: wer hat hierbei schon Erfahrung? Bettina & Ralph geben den ‘Badisch Rotgold’ zudem noch ins Holzfass, genauer ins 225 Liter fassende französische Barrique. ‘Verschnitten’ oder ‘Cuveetiert’ werden zum Schluss nur die veschiedenen ‘fertigen’ Fässer mit unterschiedlichem Grad an Restzucker.
An dieser aufwendigen Herstellung erkennt man bereits: der Pfad des ‘beglückenden Rauschmittels für Kegelclubs’ wurde meilenweit verlassen, nein, hier geht es darum etwas ‘Altbackenes’ komplett neu & modern zu interpretieren. So finden wir in der Nase leicht rauchig-würzige Ankläge des Spätburgunders, sanft begleitet von dezenten Himbeer-/Erdbeernoten. Hinzu etwas gelbe Frucht nacht Birne, am Gaumen eine ordentlich-schmelzige Textur aus der Kombi ‘Grauburgunder plus Holz’, aber nie vanillig oder sperrig. Der Wein ist von der Analyse her mitnichten trocken, aber die 10 Gramm Restzucker braucht der Wein auch locker, um dieser Struktur & Würze eine elegant-trinkiges Kleid zu verleihen. Und was ist es jetzt nun? Rosé? Leichter Rotwein? Wuchtiger Grauburgunder? Rotling?
Lassen Sie es mich so sagen: für mich ist es ein großer Wurf, ein Wein, den ich nicht vergleichen muss, sondern der ganz bewusst als ‘Badisch Rotgold’ eine alte/ neue Nische besetzen kann.
Nur Eines ist klar: ein ‘Terrassen-hau-mich-weg-Hubba-Bubba-Rosé’ ist das garantiert nicht, dafür ist schlichtweg viel-zu-viel Leben in diesem Wein!

‘Badisch Rotgold’ Baden QbA 2018 – € 9,90/ 750ml Flasche

Käme er doch bloß vom Ätna…

Lieben Dank an meine Lieblingsspedition MBS für’s Aufräumen…
Und was habt ihr da im Kölner Lager gefunden? Einen Weisswein aus Süditalien, genauer aus Kalabrien, einen 2012er! Müsste theoretisch und auch praktisch mausetot sein. Sagt mein Gefühl und meine Lebenserfahrung. Sicher? Zu 90%!
Und die restlichen 10%? Man weiss halt nie im Leben…
Soll ich es lang oder kurz machen? Kurzfassung: wäre der Wein vom Ätna, würden alle vor Entzückung aus Jacke & Hose gleichzeitig springen und bei entsprechendem Marketing 30 Euro auf den Tresen legen. Pro Flasche.
Ich lasse jedoch Jacke und Hose an – und die berühmte Kirche im Dorf.
Der ‘Filù’ ist ein reinsortiger Greco – und wird interessanter Weise auch von einem Weingut mit dem Familiennamen ‘Greco’ (kein Witz!) produziert.
Die aromatische Rebsorte ‘Greco’ wurde ursprünglich von den antiken Griechen ‘eingeschleppt’; eine Verwandtschaft mit der Muskateller-Spielart ‘Moscato d’ Alessandria’ ist m.E. historisch nicht komplett auszuschliessen. Jung lebt dieser Wein natürlichen vom Duftkomplex – und darauf wird er auch schlichtweg reduziert. Fehler? Kapitaler Fehler! Muskateller (und auch dieser Greco!) können toll reifen: in der Nase etwas Pfirsichkompott und Grapefruit; am Gaumen Reifetöne wie bei einem Riesling von Schieferböden. Dazu aber eine formidable Säure und feine Bitterstoffe. Ist der Wein ‘am Ende’? Niemals, dass ist ein gereifter Wein, satt ausgestattet mit Sekundäraromen nach gedörrtem Obst. Wäre er vom Ätna (s.o.) oder als ‘Riesling Spätlese’ etikettiert, würde jeder sagen: geil! Auch etwas weiter nördlich von Kalabrien, rund um den Vesuv, sorgt die Rebsorte als ‘Greco di Tufo’ für Hysterie, auch preislich. Aber Hysterie um einen Greco aus Kalabrien? Nein – und so ist dieser formidabel gereifte Wein nur ein unbekannter Italiener, für den sich Niemand interessieren wird…

Sollte doch Jemand ‘Bock’ haben: für 19 Euro könnt ihr ihn haben. Die komplette 6er Kiste! Wer nur 1 Flasche will, zahlt auch 19 Euro. Nehmt also 6 und verschenkt 5 davon, damit Jede-und-Jeder weiss, was Kalabrien so auf die Latte bekommt! Nur solange Vorrat reicht!

Nicht links liegen lassen: Weingut Forster/ Nahe

Es sind -wie so häufig- die Zufälle, die für Überraschungen im (Wein-) Leben sorgen. Anlässlich der Prowein auf der Suche nach einem Weingut aus Baden, landet man plötzlich zufällig an der Nahe. Nicht weil ich geographisch verpeilt wäre, sondern schlichtweg weil es sich aufgrund der Laufwege rein zufällig ergab. Und weil ‘Zufall’ nun mal nicht ‘Absicht’ oder ‘Plan’ bedeutet, konnte ich ohne jegliche Ambitionen so objektiv und neutral wie möglich probieren.
Nein, “Forster aus Rümmelsheim” stand definitiv nicht auf der ‘to-do-Liste’ für die Prowein. Wieso auch? Die Weinregion Nahe am südlichen Ende des Hunsrücks ist eher ein Gebiet, wo man gefühlt -fast schon gedankenlos- auf der A61 durchrauscht: Rheinhessen und die Pfalz mit ihrem ‘Sex-Appeal’ locken in schnellen 10-60 Autominuten. Da fällt so eine Region wie die Nahe schon mal durch’s Raster der Wahrnehmung. Ob dies arrogant, menschlich, oberflächlich oder was auch immer ist … geschenkt! Eines ist jedoch klar: es ist ein großer Fehler! Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es auf engstem Raum eine derartige Vielfalt an Klima und Geologie! Es vereinen sich sowohl Einflüsse von Mosel (Rotschiefer), Mittelrhein (Grauschiefer), Rheingau (Quarzit), Rheinhessen (Lössboden) wie auch der Pfalz (Muschelkalk) auf wenigen Kilometern. Und diese Millionen Jahre alte Laune der Natur prägt die Weine in einer Vielfalt, dass es wahrlich schwer fällt, wenn nicht sogar unmöglich ist, von ‘DEM Nahe-Wein’ zu sprechen. Vielleicht macht diese Vielfalt uns ‘Trinker’ auch so unsicher im Umgang mit der Nahe. Sehr viele Stilistiken, sehr viele Informationen – die müssen erst einmal verarbeitet werden.

Bei dieser ‘Verarbeitung’ hilft uns in wunderbar entspannender Art & Weise das Weingut Forster unweit der Burg  Layen. Georg und Margit Forster waren vor 25 Jahren ‘Öko-Pioniere’ im Ort. Der geneigte Leser möge sich bitte vor Augen halten, dass vor 25 Jahren eine derartige Entscheidung nicht unbedingt ‘sexy’ war, in einer Zeit wo man despektierlich von den ‘Ökos’ redete und Bio eben noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen war. Das Ehepaar Forster ist den Weg behaarlich gegangen, Georg Forster gilt in der Szene fast schon als der ‘Boden-Pabst’, ist er doch stets auf Veranstaltungen im In- und Ausland unterwegs, um das Thema ‘Gesundheit der Böden’ weiter zu perfektionieren. Sohn Johannes kann mit seiner visionären Denkkraft im Weinkeller nun die Früchte der Bio-Arbeit ernten. Die Traubenqualität ist selbst in schwierigen Jahren so exzellent, dass Johannes im Keller viele ‘Experimente’ wagen kein. Ein Chardonnay ‘Reserve’ oder ein Frühburgunder ‘Johannisberg’, der den Ausbau im 500l Tonneaux mit einer Frische und salzigen Würze kontert, dass es eine wahre Freude ist!
Johannes arbeitet häufig mit verlängerten Maischestandzeiten und langem Lager auf der Feinhefe. Das ergibt recht farbstabile Weine mit einem sehr schmelzig-milden Eindruck im Mund. Die Rieslinge (natürlich ist Riesling an der Nahe DAS Thema) spielen von den fruchtigen Basis-Rieslingen über die ‘Erdenweine’ (Kies versus Schiefer) bis hin zur Einzellage ‘Schlossberg’ oder gar der edelsüßen Auslese nahezu jede Tonart! 

Das Marketing und das Erscheinungsbild der ‘Marke’ Forster ist zudem erfreulich modern und designorientiert. Wer jetzt denkt ‘Bio plus Design – jetzt wird es aber teuer!’ Fehlanzeige: auf diesem Qualitätsniveau sind die Weine geradezu ein Schnapper. Ein Weissburgunder mit genauso viel Sortentypizät wie Schmelz & Raffinesse für deutlich unter 10 Euro – wo gibt es dann denn noch?

Wer aus diesen Zeilen heraushören möchte, dass ich gerade ganz viel Spass mit der Nahe und dem Weingut  Forster habe – gerne, ich werde nicht widersprechen 🙂

Vom Weingut Forster führen wir aktuell u.a. folgende Weine im Sortiment (die Preise sind identisch mit den ab-Hof Preisen und gelten für 750ml)

Rivaner Nahe QbA 2018 (€ 6,50)

Weisser Burgunder Nahe QbA 2018 (€ 7,50)

Riesling trocken Nahe QbA 2018 (€ 7,50)

Riesling feinherb Nahe QbA 2017 (€ 7,50)

Riesling ‘Bergsteiger’ Nahe QbA 2017 (€12,50)

Riesling ‘Wüstenwanderer’ Nahe QbA 2017 (€12,50)

Riesling ‘Seefahrer’ Nahe QbA 2017

Riesling Nahe QbA 2017 ‘Vom Kies’ (€ 9,50)

Riesling Nahe QbA 2017 ‘Vom Schiefer’ (€ 9,50)

Riesling ‘Schlossberg’ Nahe QbA 2016 (€ 15,00)

Riesling Auslese edelsüß Nahe QbA 2017 (€ 16,00)

Grauburgunder ‘Reserve’ Nahe QbA 2017 (€ 15,00)

Solaris Auslese edelsüß Nahe QbA 2017 (€ 9,00)

Forster’s Rotwein Nahe QbA 2018 / fruchtig (€6,50)

Spätburgunder Rosé Nahe QbA 2018 (€ 7,00)

Spätburgunder Blanc de Noir Nahe QbA 2018 (€ 12,50) – im Vorlauf/ wird noch etikettiert!

Frühburgunder ‘Quarzit’ Nahe QbA 2017 (€ 9,50)

Frühburgunder ‘Johannisberg’ Nahe QbA 2015 (€ 17,00)

 

 

 

NEU! Blakstoc – so muss Cider!

Erstmalig habe ich Karl Karigl’s sensationellen ‘Trunk’ an einem heissen Augustabend 2018 in der Craft Beer Corner Köln getrunken. Für all’ die Craft-Beer mit ihrer Wucht und Würze war es mir an diesem Tag schlichtweg zu heiss. ‘Probier mal den Cider von Blakstoc’ riet der Bartender. Und ‘Holla-die-Waldfee!’ – es war es um mich geschehen! Was für eine neue Dimension: der ‘Eppelwoi’ gelangt dank Aromahopfen und verschiedener, natürlicher, aromatischer Zutaten in eine neue Genusssphäre. Somit ist hier auch die spannende Frage eröffnet, was dieser ‘Trunk’ eigentlich ist? Cider? Ebbelwoi? Craft-Beer? Aperitif? ‘Long-Drink’ mit wenig Alkohol? Den angelsächsischen Cider kommen die Blakstoc schon recht nahe, aber eigentlich sind sie definitiv ‘Mehr’.
An diesem Abend hielt ich mich mehrfach frisch & schadlos an ‘Buddha’s Hand, einem Cider verfeinert mit der exotischen Zitrusfrucht ‘Buddha’s Hand’, die zwischen Limette und Bergamotte aromatisiert.
Dieses ‘Aha-Erlebnis’ inspirierte mich so nachhaltig, dass ich mit dem ‘dry-hopping’ von Wein zu begann. Eine lange, experimentierfreudige Reise die noch lange nicht zu Ende ist…
Aber natürlich muss auch das Original in unser Sortiment. Gerade erst wurde Karl bei der ‘Cider World’ in Frankfurt/ Main mit 4-fach Gold überschüttet. Oder waren es 5 Goldmedaillen? Egal – hier hat man auf jeden Fall ganz großes, erfrischendes Kino im Glas!

Von Blakstoc führen wir aktuell folgende Cider in der 0,33l Flasche:
* ‘Wild Tree’ – der Klassiker, kalt gehopft mit Centennial & West Coast Chinook; erinnert in der Nase leicht an ein Pale Ale, aber mit toller frischer Säure des Apfel-Cider (€3,00/ 330ml)
* ‘Buddha’s Hand’– mit der seltenen Zitrussorte ‘Buddha’s Hand aromatisiert; ein Hauch von Bergamotte, viel Zitrus. Den ‘Craft Beer’ Fans häufig etwas zu parfümiert, Cider Fans hüpfen vor Freude!
* ‘Ginger for my honey’ – Ingwer und Berghonig runden ab. Noten von Zitronengras und Heu, der Honig komplett dezent, und dann diese feine Ingwerschärfe. Toll!
* ‘Lazy day cucumber’ – Holunder und fermentierter Gurkensaft – hat etwas von Gewürzgurke, aber niemals dominant -crazy!!
* ‘Quincy Joe & Hops’ – mit Johannisbeere & Quitte. Kommt eventuell den belgischen Kriek-Bieren nahe, jedoch viel säurefrischer und nicht so süß. Toller Frische-Kick! (alle € 3,40/ 330ml)

Begebt euch auf eine geschmackliche Reise, die euch garantiert nachhaltig verändern wird 🙂

Karl Karigl zaubert magische Cider-Momente auf die Flasche!

Wenn der Müller den Müller macht…

In diesem Jahr werden es 50 Jahre her sein, dass die Rebsorte Müller-Thurgau in die deutsche Rebsortenliste eingetragen wurde. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts ‘experimentierte’ der Botaniker und Rebenzüchter Hermann Müller aus dem schweizerischen Kanton Thurgau mit verschiedenen Neuzüchtungen. Bis weit in die 1990er Jahre galt der ‘Müller’ als eine Züchtung aus Riesling und Sylvaner (daher auch das häufig verwendete Synonym ‘Rivaner’). Erst neue genetische Analysemethoden brachten Licht in das Züchtungsdunkel: Riesling und Madeleine Royale (eine Gutedel-Spielart) sind die Eltern.
Vom einen Müller (Hermann, der Züchter) nun zum anderen Müller (Philipp, der Winzer):
Mit dem aktuellen 2018er Müller-Thurgau hat Philipp Müller als verantwortlicher Önologe im Weingut ‘Gut von Beiden’ einen echten Klopfer rausgehauen. Ein wunderbar süffiger Wein mit den feinen Charakterzügen eines Rieslings, aber ungleich weicher und trinkiger. Kein Wunder, dass dieser Wein in die Literflasche muss: jeder Schluck weniger wäre Folter. Und mit 6,90 die Flasche ist der Wein für die gebotene Qualität fast schon zu billig (umgerechnet auf eine 0,75er Flasche sind das gerade mal EUR 5,17!!!)

‘Sogno del Sud’ – der Traum vom Süden

Wer träumt im nasskalten Februar nicht von Sonne & Wärme… Wie wäre es da mit etwas Süden, genussvoll als Rotwein in die Flasche gefüllt? Dieser Nero d’Avola von den Gebrüdern Biscardo wird im Weingut ‘Baglio Gibellina’ in der sizilianischen Provinz Trapani produziert. Liegt es an den vulkanischen Böden oder an der Bio-Kultivierung der Trauben: dieser Nero d’Avola kommt nicht fett, opulent oder alkoholisch daher, sondern begeistert durch seine feine Würze & Mineralität. Obwohl sich der Wein sprichwörtlich im ‘Handumdrehen’ öffnen lässt (screw-cap Schraubverschluss), steht dem Wein etwas Luft im Glas gut zu Gesicht. Charakterwein, und das für sechsEurofuffzisch die Flasche!!