Taste.In.

Bekanntlich ist ja seit einigen Wochen nichts mehr so, wie es mal war. Am 7. März hatten wir unser letztes ‘stationäres’ Weinseminar, bereits mit Teilnehmerlisten zur eventuellen Nachverfolgung versehen. Es dauerte nur noch wenige Tage, und Deutschland stand still: Messen, Veranstaltungen, Tastings – allesamt auf Permafrost gelegt.
Aktuell boomt der Markt für ‘video tastings’, auch wir haben dieses Modul bereits durchgeführt. Ganz nett, eine gute Ergänzung – aber ein kompletter Ersatz für das stationäre tasting? Wo man Menschen live & in Farbe erlebt? Ich habe da meine Zweifel…
Aus diesem Grunde haben wir uns überlegt, wie ein Tasting in Zeiten von Corona aussehen könnte. Ein Tasting, dass den Hygiene-Empfehlungen entspricht, aber nicht das Gefühl vermittelt man wäre gerade in der Notaufnahme eines Krankenhauses… Nein, es muss ein teasting sein, wo feedback und reale Interaktion möglich ist.
Unsere Idee: wir machen ein taste.in. Draussen, bei uns im Hof, wo Frischluft herrscht. Jeder ist inzwischen so vernünftig, dass sie/er weiss, was Sicherheitsabstand bedeutet. Dafür brauchen wir kein Flatterband, sondern nur den gesunden Menschenverstand (und evt. eine 1,50m Schablone). Wir halten die Gruppengröße klein. Es wird daher nur mit Anmeldung funktionieren. Wir werden verschiedene Weine kurz & knapp vorstellen, ohne Chi-Chi und Brimborium. Wir werden Teilnehmerlisten führen, um für den Fall des Falles informieren zu können. Wir möchten kein Motto ‘Vernunft statt Genuss’. Wir möchten, dass Genuss & Vernunft partnerschaftlich & gleichberichtigt miteinander funktionieren. Und wir sind sicher: gemeinsam mit Ihnen funktioniert das!

Erster Termin: Mittwoch 20. Mai 2020 – 18-19 Uhr
Thema: Weingut Ilonka Scheuring – Franken
6 Weine von einer unkonventionellen Newcomerin aus Margetshöchsheim.
Preis: € 19,00/ Person. (max. 8 Teilnehmer)

COVID-19: wie gehen wir damit um?

Es sind besondere Zeiten: viele Fragen, Verunsicherung und einschränkende Maßnahmen prägen aktuell das Miteinander in der Gesellschaft. Wir für uns haben folgende Leitlinien entwickelt:

🥂 Unser Betrieb ist sowohl für die gewerblichen wie auch die privaten Kunden ganz regulär geöffnet.
🥂 Wir beobachten die Kundenfrequenz sehr sorgfältig; wir erwarten einen respekt- und verantwortungsbewussten Umgang miteinander.
🥂  Aufgrund unserer kleinen Betriebsgröße war es für uns unproblematisch, sofort sämtliche Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen anzupassen. EC-Cash Gerät, Türgriffe etc. werden häufiger gewischt; Abstand im Kundenkontakt ist gewährleistet. Wir behalten uns eine Zutrittsregelung für den Fall vor, dass der gebotene Sicherheitsabstand nicht gewährleistet ist.
🥂 Wir stigmatisieren nicht: Kunden mit Erkältungs- oder Schnupfensymptomen sind nicht automatisch Infektionsträger! Sie sind daher genauso herzlich willkommen; nach Verlassen des Geschäftes wird evt. nochmals gewischt (s.o.), so wie in jeder regulären ‘Grippesaison’ auch.
🥂 unsere Lieferanten, insbesondere unser italienischen Freunde, liegen uns sehr am Herzen. Wir arbeiten hier gemeinsam an genauso unkonventionellen wie pragmatischen Lösungen. Die Gewinnmarge ist nicht der Mittelpunkt des Lebens!
🥂 Veranstaltungen werden auch wir nicht anbieten – der Respekt vor Risikopatienten und den Menschen in heilenden / pflegenden Berufen hat absoluten Vorrang.
🥂 Bezahlen Sie bei uns ganz so, wie Sie wollen: Bargeld, girocard, kontaktloses Apple Pay – alles ist möglich.
🥂 ‘Halte Distanz’ so lautet das Motto der Stunde! Aber lassen Sie dabei Ihre sozialen Kontakte nicht komplett einschlafen. Machen Sie Alles eine Nummer kleiner, entspannter, ruhiger. Wie soll das gehen?
+ Wenn Sie Einkaufen gehen, vermeiden Sie die ‘Stosszeiten’.
+ Folgen Sie nicht dem ‘Herdentrieb’ und nutzen Sie bitte auch kleinere Händler, Bäckereien, Metzgereien, Bauernläden usw. Auch diese halten gerade den Dampfer mit mächtigem Engagement am Laufen.
+ Zudem freuen sich die Angestellten in Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten garantiert über etwas weniger Publikumsfrequenz & Stress…
+ Nutzen Sie die Möglichkeit – im Rahmen der Vorgaben – um gerade hier im ländlichen Bereich durch Spaziergänge Ihr Immunsystem zu stärken und den ‘Kopf frei’ zu bekommen.
🥂Wenn Sie es wünschen, liefern wir Ihnen Weine an die Haustür. Oder wir stellen Ihnen Ware zur Abholung bereit; ein paar Schritte an der frischen Luft sind nicht das Verkehrteste 😉 Sind die Distanzen größer, übernimmt UPS seit Jahren einen guten Job für uns!
🥂 übernehmen Sie Verantwortung – erwarten Sie nicht dass Ihnen Politiker, Behörden, Experten, Journalisten oder etwa Ihr Winzer oder Weinhändler alle Fragen beantworten kann oder Ihnen Entscheidungen abnehmen wird.
🥂 Denken Sie bitte bei Ihrem Einkaufsverhalten auch an die Menschen, die aktuell auf knapper Rille fahren. Beteiligen Sie sich bitte nicht an irrationalen Hamsterkäufen. Handeln Sie fair & sozial, lassen Sie die günstigen Produkte für unsere Mitmenschen, die jeden Eurocent umdrehen müssen.
🥂 Wir beobachten tagesaktuell die Entwicklungen und passen uns flexibel und kreativ an. Bitte bedenken Sie: durch die respektvolle Distanz, das regelmäßige und intensive Händewaschen, das Vermeiden von großen Ansammlungen und dem gesunden Menschenverstand haben wir eine drohende Katastrophe in nur wenigen Wochen entschärft. Seien Sie stolz auf sich – aber bitte bleiben Sie auch vernünftig und vorsichtig!

Crossover

Heute stellen wir 2 Weine vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und der 3. Wein ist dann so etwas wie das ‘versöhnende Element’ zwischen diesen geschmacklichen Kontrahenten…

Bodegas LAN Rioja D.O. 2012 Reserva / 750ml / € 12,90

Bodegas LAN Rioja Reserva 2012 – ein ‘typischer’ Rioja aus Tempranillo & Graciano. ‘Typisch’ weil hier die komplette Dosis Holz prägend für diesen Wein ist. Noten von Nougat, Marzipan, etwas Kokos. Die roten Früchte nur ganz verdeckt im Hintergrund, die Trauben sind hier fast nur ‘Statisten’ um die Röstnoten des Barrique zu tragen. Das mag sich vielleicht schrecklich eindimensional anhören, aber in Geruch & Geschmack ist eine derartige Vielfalt, wie man sie nur an Feiertragen verarbeiten kann. Tolles Tannin, tolle Säure, ein Wein, der ‘gekommen ist um zu bleiben.’

‘U’ Passimento’ Sicilia Rosso IGT 2018 / 750ml/ € 8,90

Komplett anders geht es mit unserem nächsten Kandidaten weiter, ein Sizilianer mit toller, weicher, runder und saftiger Frucht und ganz wenig Gerbstoffen. Die Nero d’Avola Trauben werden am Rebstock durchtrennt und dürfen sich fortan ohne Nährstoffzufuhr schön geschmeidig in der süditalienischen Sonne konzentrieren. Der Anteil Frappato-Trauben liefert hingegen Frische & Säure, zudem dezente gelbfruchtige Noten. Beides zusammen macht den Wein trotz aller Kraft sehr trinkig, weich und rund. Trifft von Oma Erna über Onkel Kurt bis hin zur Nichte Jennifer-Christin fast jeden Geschmack!

Primitivo di Manduria Rosso Riserva DOC 2016 / 750ml/ € 12,50

Der lachende Dritte in der Mitte? Ein Primitivo aus Apulien, aus der Kernzone von Manduria. Wunderbare welke Blüten, Zedernholz, Tabak, kandidierte Früchte. Extrakt bis zum Abwinken, die oxidative Reife in den Barriques tragen die Frucht bis in alle Ewigkeit. Der Wein ist zwar holzgeprägt wie der Rioja, zugleich fruchtig-federleicht wie der Sizilianer. Wobei das Heuchelei ist, denn der Wein ist mit seinen knapp 16% Vol. alles Andere als ‘leicht’, er schmeichelt jedoch so, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Da sollte Oma Erna besser schon im Bett liegen…

Herbst. Wein. Kochen.

Wir freuen uns herzlich auf ein herbstliches Show-Kochen mit Kayne Schneider & Leon Kronester.
Der Schweizer Gerätehersteller V-ZUG feiert 10 Jahre ‘Lifestyle Cooking’. Dank Ralf Kronester, Küche-Wohnen-Gestalten aus Troisdorf, ist es uns möglich dieses kulinarische Event auch hier bei uns im Kloster anbieten zu können.

 

Termin: Dienstag, 19. November 18:30-22 Uhr. Preis: € 89,00/ Person inkl. Wein und Getränke. Anmeldung bitte unter 02241.70711

 

Glühwein der schmeckt – gibt’s das?

Bald droht sie wieder – die sensorische Apokalypse auf dem Weihnachtsmarkt. Leider halten viele Glühweine den geschmacklichen Ansprüchen von Weinliebhabern nicht stand. Doch zum Glück gibt es Abhilfe: einige wenige Winzer haben dieses geschmackliche Notstandsgebiet entdeckt – und packen selbst an. Familie Forster von der Nahe, Bio-Winzer im ECOVIN-Verband, produziert schon seit einigen Jahren sowohl einen weissen wie auch einen roten ‘Glüher’ – natürlich komplett mit Bio-Zutaten (Wein & Gewürze). Lieferbar auf Vorbestellung in der 1 Liter Flasche und in den praktischen Bag-in-Box-Schläuchen mit 3 sowie 10 Litern Inhalt.
Doch Vorsicht – genussvolle Bio-Qualität können wir nicht zum ‘Discounter-Preis’ anbieten:
1000ml Glasflasche: € 6,50 brutto
3000ml Bag-in-Box: € 17,90 brutto (Literpreis: € 5,96)
10000ml Bag-in-Box: € 49,90 brutto (Literpreis: € 4,99)

Ca’ Linverno – wenn’s Winter wird im Valpolicella

‘Monte Zovo’ – hinter dieser Kapsel verbirgt sich für mich eine der größten Überraschungen des Jahres.Mich erinnert dieser Wein an ‘historische’ Amarone della Valpolicella. Warum? Weil er nicht so fett & breit daherkommt wie moderne Monster-Amarone.Zunächst werden die Trauben sehr spät gelesen, zwischen Ende Oktober und Mitte November. Dieser natürlichen Konzentration am Stock schließt sich eine weitere ‘Trocknungsphase’ für knapp einen Monat an (in gut durchlüfteten Hallen). Nach der Gärung wird der Wein für 24 Monate in 225l Barrique und 500l Tonneaux gereift. Es dauert weitere 12 Monate auf der Flasche, bevor der Wein auf den Markt kommt. Da der Wein nicht nur aus den für das Valpolicella-Gebiet typischen Rebsorten Corvina und Rondinella, sondern auch aus 10% Cabernet Sauvignon besteht, kann dieser Wein nicht als Valplolicella DOC etikettiert werden. Sei’s drum: dieser ‘Rosso Veronese IGT’ erinnert mich an ganz feine Amarone alter Stilistik. Trotz 15% Vol und 34g (!!!) Trockenextrakt, ist dieser Wein subtil und fast zärtlich. Für mich ein ganz, ganz großer Wein.Wer darauf verzichten kann, dass ‘Amarone’ auf dem Etikett prangt, der findet im Ca’ Linverno grandiosen Genuss – und das für deutlichst unter 20 Euro die Flasche!

!! Räumungsverkauf !!

Wir räumen unser Kölner Aussenlager. Von der Palette weg könnt Ihr richtige, zum Teil sensationelle, Schnäppchen machen: wir hauen alle Weine zum Preis von 2 Euro (ZWEI EURO!) je Flasche raus. Es handelt sich um gereifte Weine, die bis zu 20 Jahre auf dem Buckel haben. Und manch ein Wein präsentiert sich aktuell so prächtig, das mir die Spucke wegbleibt (Tipp: 2003er Chardonnay von Colla aus dem Piemont!)
Die Kartons sind schmutzig, die Etikett manchmal etwas angegriffen. Zum Teil sitzen Korken fest oder bröseln etwas. Das sind auch keine Weine um sich auf der Terrasse schön Einen zu löten. Wir sprechen von Weinen mit Geschichte, mit Ecken und Kanten, mystisch, sich verändernd und etwas Geduld fordernd. Ganz wichtig: in diesem Stadium fordern die Weine geradezu eine Essensbegleitung – lasst euch von diesen Weinen bitte gnadenlos inspirieren!
Angebot ist freibleiben und solange Vorrat reicht! Kein Umtausch bzw. Garantie.
(Hinweis: die Weine wurden stichprobenartig von uns geprüft; komplett fehlerhafte Weine sind von uns bereits entsorgt worden!)

Badisch Rotgold?

Badisch Rotgold? Noch nie gehört? Grämen Sie sich nicht, auch mir war diese Kategorie ‘Wein’ bis vor wenigen Wochen komplett unbekannt. Und selbst wenn Sie nun ‘google’ bemühen – es wird Ihnen wahrscheinlich nur der Name ‘Bettina Schumann‘ oder ‘Weinhaus Rabe’ (RAlph & BEttina) angezeigt…
‘Badisch Rotgold’ scheint genau wie die berühmt-berüchtigte ‘Liebfraumilch’ oder ‘Zeller Schwarze Katz’ ein Relikt der 1970er Jahre, als deutscher Wein massenkompatibel süß eine komplette Generation in Rausch & Kopfweh trieb…
Beim Badisch Rotgold handelt es sich zwar um einen Wein mit der Farbe Rosé, aber laut Weinrecht auf gar keinen Fall um einen ‘Rosé’. Nein, wir müssen hier technisch vom Begriff des ‘Rotling’ sprechen, einer Weingattung die es m.W. so nur in Deutschland (und hier vorwiegend in Württemberg & Franken) gibt. Während der ‘Rosé’ aus roten Trauben gekeltert wird und seine Farbe dadurch erhält, dass der Saft nur kurz mit den farbgebenden Schalen in Kontakt war, werden beim Rotling schlichtweg rote & weisse Trauben gemischt. Was sich auf den ersten Blick nach willkürlicher Panscherei anhört, ist de facto kellertechnisch gar nicht mal so anspruchslos. Nehmen wir das konkrete Beispiel des ‘Badisch Rotgold’ von Bettina & Ralph (Hinweis: ein anderes Beispiel kann ich aktuell gar nicht nehmen, da die Beiden augenscheinlich die einzig Verrückten sind, die sich an diesen historischen Wein wagen…): laut badischem Weinrecht ist ein Anteil von mindestens 51% Grauburgunder vorgeschrieben plus als zweiter Rebsorte zwingend der Spätburgunder. Die Weine müssen zudem ZUSAMMEN ausgebaut werden, soll heissen: Grauburgunder & Spätburgunder werden bereits als Most verschnitten und gären dann zusammen. Das ist schon mal eben eine Hausordnung, die garantiert kein Winzer so aus dem Ärmel schütteln kann – sprich: wer hat hierbei schon Erfahrung? Bettina & Ralph geben den ‘Badisch Rotgold’ zudem noch ins Holzfass, genauer ins 225 Liter fassende französische Barrique. ‘Verschnitten’ oder ‘Cuveetiert’ werden zum Schluss nur die veschiedenen ‘fertigen’ Fässer mit unterschiedlichem Grad an Restzucker.
An dieser aufwendigen Herstellung erkennt man bereits: der Pfad des ‘beglückenden Rauschmittels für Kegelclubs’ wurde meilenweit verlassen, nein, hier geht es darum etwas ‘Altbackenes’ komplett neu & modern zu interpretieren. So finden wir in der Nase leicht rauchig-würzige Ankläge des Spätburgunders, sanft begleitet von dezenten Himbeer-/Erdbeernoten. Hinzu etwas gelbe Frucht nacht Birne, am Gaumen eine ordentlich-schmelzige Textur aus der Kombi ‘Grauburgunder plus Holz’, aber nie vanillig oder sperrig. Der Wein ist von der Analyse her mitnichten trocken, aber die 10 Gramm Restzucker braucht der Wein auch locker, um dieser Struktur & Würze eine elegant-trinkiges Kleid zu verleihen. Und was ist es jetzt nun? Rosé? Leichter Rotwein? Wuchtiger Grauburgunder? Rotling?
Lassen Sie es mich so sagen: für mich ist es ein großer Wurf, ein Wein, den ich nicht vergleichen muss, sondern der ganz bewusst als ‘Badisch Rotgold’ eine alte/ neue Nische besetzen kann.
Nur Eines ist klar: ein ‘Terrassen-hau-mich-weg-Hubba-Bubba-Rosé’ ist das garantiert nicht, dafür ist schlichtweg viel-zu-viel Leben in diesem Wein!

‘Badisch Rotgold’ Baden QbA 2018 – € 9,90/ 750ml Flasche

Käme er doch bloß vom Ätna…

Lieben Dank an meine Lieblingsspedition MBS für’s Aufräumen…
Und was habt ihr da im Kölner Lager gefunden? Einen Weisswein aus Süditalien, genauer aus Kalabrien, einen 2012er! Müsste theoretisch und auch praktisch mausetot sein. Sagt mein Gefühl und meine Lebenserfahrung. Sicher? Zu 90%!
Und die restlichen 10%? Man weiss halt nie im Leben…
Soll ich es lang oder kurz machen? Kurzfassung: wäre der Wein vom Ätna, würden alle vor Entzückung aus Jacke & Hose gleichzeitig springen und bei entsprechendem Marketing 30 Euro auf den Tresen legen. Pro Flasche.
Ich lasse jedoch Jacke und Hose an – und die berühmte Kirche im Dorf.
Der ‘Filù’ ist ein reinsortiger Greco – und wird interessanter Weise auch von einem Weingut mit dem Familiennamen ‘Greco’ (kein Witz!) produziert.
Die aromatische Rebsorte ‘Greco’ wurde ursprünglich von den antiken Griechen ‘eingeschleppt’; eine Verwandtschaft mit der Muskateller-Spielart ‘Moscato d’ Alessandria’ ist m.E. historisch nicht komplett auszuschliessen. Jung lebt dieser Wein natürlichen vom Duftkomplex – und darauf wird er auch schlichtweg reduziert. Fehler? Kapitaler Fehler! Muskateller (und auch dieser Greco!) können toll reifen: in der Nase etwas Pfirsichkompott und Grapefruit; am Gaumen Reifetöne wie bei einem Riesling von Schieferböden. Dazu aber eine formidable Säure und feine Bitterstoffe. Ist der Wein ‘am Ende’? Niemals, dass ist ein gereifter Wein, satt ausgestattet mit Sekundäraromen nach gedörrtem Obst. Wäre er vom Ätna (s.o.) oder als ‘Riesling Spätlese’ etikettiert, würde jeder sagen: geil! Auch etwas weiter nördlich von Kalabrien, rund um den Vesuv, sorgt die Rebsorte als ‘Greco di Tufo’ für Hysterie, auch preislich. Aber Hysterie um einen Greco aus Kalabrien? Nein – und so ist dieser formidabel gereifte Wein nur ein unbekannter Italiener, für den sich Niemand interessieren wird…

Sollte doch Jemand ‘Bock’ haben: für 19 Euro könnt ihr ihn haben. Die komplette 6er Kiste! Wer nur 1 Flasche will, zahlt auch 19 Euro. Nehmt also 6 und verschenkt 5 davon, damit Jede-und-Jeder weiss, was Kalabrien so auf die Latte bekommt! Nur solange Vorrat reicht!