Crossover

Heute stellen wir 2 Weine vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und der 3. Wein ist dann so etwas wie das ‘versöhnende Element’ zwischen diesen geschmacklichen Kontrahenten…

Bodegas LAN Rioja D.O. 2012 Reserva / 750ml / € 12,90

Bodegas LAN Rioja Reserva 2012 – ein ‘typischer’ Rioja aus Tempranillo & Graciano. ‘Typisch’ weil hier die komplette Dosis Holz prägend für diesen Wein ist. Noten von Nougat, Marzipan, etwas Kokos. Die roten Früchte nur ganz verdeckt im Hintergrund, die Trauben sind hier fast nur ‘Statisten’ um die Röstnoten des Barrique zu tragen. Das mag sich vielleicht schrecklich eindimensional anhören, aber in Geruch & Geschmack ist eine derartige Vielfalt, wie man sie nur an Feiertragen verarbeiten kann. Tolles Tannin, tolle Säure, ein Wein, der ‘gekommen ist um zu bleiben.’

‘U’ Passimento’ Sicilia Rosso IGT 2018 / 750ml/ € 8,90

Komplett anders geht es mit unserem nächsten Kandidaten weiter, ein Sizilianer mit toller, weicher, runder und saftiger Frucht und ganz wenig Gerbstoffen. Die Nero d’Avola Trauben werden am Rebstock durchtrennt und dürfen sich fortan ohne Nährstoffzufuhr schön geschmeidig in der süditalienischen Sonne konzentrieren. Der Anteil Frappato-Trauben liefert hingegen Frische & Säure, zudem dezente gelbfruchtige Noten. Beides zusammen macht den Wein trotz aller Kraft sehr trinkig, weich und rund. Trifft von Oma Erna über Onkel Kurt bis hin zur Nichte Jennifer-Christin fast jeden Geschmack!

Primitivo di Manduria Rosso Riserva DOC 2016 / 750ml/ € 12,50

Der lachende Dritte in der Mitte? Ein Primitivo aus Apulien, aus der Kernzone von Manduria. Wunderbare welke Blüten, Zedernholz, Tabak, kandidierte Früchte. Extrakt bis zum Abwinken, die oxidative Reife in den Barriques tragen die Frucht bis in alle Ewigkeit. Der Wein ist zwar holzgeprägt wie der Rioja, zugleich fruchtig-federleicht wie der Sizilianer. Wobei das Heuchelei ist, denn der Wein ist mit seinen knapp 16% Vol. alles Andere als ‘leicht’, er schmeichelt jedoch so, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Da sollte Oma Erna besser schon im Bett liegen…