Frank Spiegel: Generation Rotwein 2.0

Um es kurz zu machen: Deutschland wird mit seinen Rotweinen international konkurrenzfähig! Waren (und sind!) wir bisher das Weissweinland No.1, so haben wir den Bereich ‘Rotwein’ nahezu kampflos den Südeuropäern sowie den Übersee-Nationen überlassen. Gut, es gibt den Spätburgunder – aber wer kein ‘Burgunder-Freak’ ist, der blickte bislang in die Röhre. Natürlich gab es einen Dornfelder-Hype in den späten 1990er Jahren –  ja, vollkommen richtig, es gibt auch ‘regionale’ Spezialitäten wie Trollinger, Lemberger, St. Laurent & Co. Aber ein richtiger, ausgewachsener Rotwein von internationalem Format? Ich rede hier nicht von ‘Einzelflaschen’ mit ‘einzigartigen Preisen’, sondern von Rotweinen unter 20 Euro die Pulle, ja idealerweise unter 10 Euro je Flasche um international ‘mitreden’ zu können.
Sicherlich hat an der Trendwende der Ellerstadter Winzer Markus Schneider einen großen Anteil: mit Weinen wie dem ‘Black Print’ oder dem ‘Ursprung’ hat Schneider in wenigen Jahren die hiesige Weinwelt erschüttert – und den Konsumenten begeistert. Dank Klimaerwärmung kommen inzwischen Merlot, Cabernet & Co. auch in deutschen Weinbergen nicht nur klar – sie reifen sogar vollkommen aus! Und die junge Winzergeneration hat einfach mal das heimische Dorf verlassen und Franzosen, Neuseeländern und Spaniern über die Schulter geschaut: ‘Aha, so geht das also mit dem feinfühligen Barrique-Ausbau!’
Somit ist der gute Markus Schneider heute nicht mehr allein auf weiter Flur, sein Erfolg spornt viele Winzer -gerade in der Pfalz- zum kreativen und experimentellen ‘Nachahmen’ an.

Die neue deutsche Rotwein-Generation brauct den internationalen Vergleich nicht zu scheuen!
Die neue deutsche Rotwein-Generation brauct den internationalen Vergleich nicht zu scheuen!

Kollege Frank Spiegel ist für meinen Geschmack nun auch in der Topp-Liga angekommen. Nicht dass die bisherigen Jahrgänge seiner Cuvées ‘Anno’ und ‘No Name’ schlecht gewesen wären (meine Güte, wie geil sind die Jahrgänge 2010 jetzt zu trinken), nein, vielmehr geht es darum: wer mit dem vierten Jahrgang in Folge ein derartig konstantes Qualitätsniveau erreicht, der lässt sich nicht mehr vom Thron stoßen!

Frank hat beim Jahrgang 2012 wieder herrlich mit Merlot & Cabernet experimentiert, mit offener Maischegärung und Barriqueausbau eine grandiose Balance zwischen oxidativen Aromen und Fruchtfrische erzielt. Weine mit Kraft & Körper, jedoch niemals sättigend oder den Trinkfluss störend. International, aber doch deutsch. Holzwürze, aber nicht rußig oder verbrannt. Und er holt mit seiner internationalen Stilistik gerade auch heimische Rebsorten wie Regent oder St. Laurent aus dem Dornröschenschlaf.

Lieferbar solange Vorrat reicht:

Cuvée ‘No Name’ Pfalz QbA 2012 € 9,90/ 750ml

Cuvée ‘Anno XII’ Pfalz QbA 2012 € 12,90/75oml

(Preise ab Lager Hennef; zzgl. UPS-Versand)