Ellermann Spiegel (Pfalz)

Als Frank Spiegel 2006 in den Weinbaubetrieb von Harald Ellermann einstieg wusste er: die Zukunft liegt in der Selbstvermarktung!

Es mag Fluch & Segen zugleich sein, einen Betrieb so radikal umzustellen. Fluch, da mächtige Investitionen zunächst auf eine nicht vorhandene Kundschaft treffen. Segen zugleich, konnte doch ein komplett neues Sortiment mit elegant-moderner Ausstattung (ohne notwendige Rücksichtnahme auf Altkunden) platziert werden.
Mit glasklaren, fruchtfrischen Weinen unter dem eleganten braunen ‘ES’-Label mischen die Beiden seit dem Jahrgang 2008 ganz gehörig die etablierte Weinszene auf. Sowohl die reinsortigen Weine wie auch die originellen Cuvées sind modern interpretiert und kompromisslos auf Trinkigkeit getrimmt.

Weine mit leichter Fruchtsüße:

Kerner  QbA 2014 (€ 6,70/ 1000 ml)
Ursprünglich als reiner ‘Gastronomie-Wein’ gedacht, hat sich dieser Kerner zu einem wahren Publikumsliebling entwickelt! Kerner wurde 1929 als Rebkreuzung zwischen Riesling und dem roten Trollinger/ Vernatsch an der Lehranstalt in Weinsberg gezüchtet. In der Nase an Riesling erinnert – aber nicht so dominant wie das ‘Original’, dazu weniger Säure und die Weichheit des Trollingers. Der Wein ist im besten Sinne ‘mainstreamig’, da er wirklich Jedem schmeckt!

Cuveé ‘Tagtraum’ QbA 2014 (€ 6,90/ 750 ml)
Jeder Jahrgang wird im Hause Ellermann Spiegel anders ‘verschnitten’. Es wird probiert, diskutiert, verschnitten, verworfen, neu verschnitten – bis schließlich der Traum eines ausgewogenen, runden, spielerisch-eleganten Weissweines Realität wird. (Basis sind Weissburgunder, Chardonnay und Auxerrois – je nach Jahrgang zu unterschiedlichen Anteilen).

Cuveé Wind-Rosé QbA  2014 (€ 6,90/ 750 ml)
Dieser Rosé wird aus Spätburgunder und Cabernet Sauvignon verschnitten. Beim Cabernet findet eine Vorlese statt, um feine vegetale Noten und dezente Bitternoten mit dem fruchtigen Anteil des Spätburgunders zu vermählen.

Trockene Weine:

Auxerrois QbA 2014 (€ 7,50/ 750 ml)
Die seltene Auxerrois-Traube gehört auch zur Burgunderfamilie (‘gelber Burgunder’) und hat sich in den letzten Jahren zum heimlichen Publikumsliebling unter den Weißweinen von Frank Spiegel entwickelt. Mild, cremig, gepaart mit sehr viel gelber Frucht. Guter Schmelz am Gaumen.

Chardonnay QbA 2014 (€ 6,90/ 750 ml)
Dieser Chardonnay überrascht eher durch seine filigranen Noten, ist also weder plump noch aufdringlich. Der ‘Chardonnay-Verriss’ ist zwar immer noch in Mode, jedoch sollten selbst Kritiker eingestehen: diese Rebsorte ist eine der nobelsten & elegantesten Rebsorten weltweit!

Weissburgunder QbA 2014 (€ 6,90/ 750 ml)
Feiner, fruchtig eleganter Weissburgunder mit schönen Aromen reifer Birne. Sehr schöne, spritzige aber nicht nervige Säure. Lecker!

Sauvignon Blanc Pfalz QbA 2014 (€ 7,50/ 750 ml)
Den ‘Jungfern’-Jahrgang 2012 haben wir leider verschlafen: die wenigen Flaschen waren ratzi-fatzi vergriffen. Mit dem 2013 haben wir nun mehr Glück. Sehr saftiger Sauvignon, anfangs Mandarine und Blutorange, dann Stachelbeere und grasig. Driftet nicht ins ‘Überaromatische’ ab, sondern bleibt präsent und dezent. Sehr saftig – kommt aus der ‘Lecker-Schmecker-Fraktion’

Weißburgunder QbA 2012 ‘Goldkapsel’ (€ 9,70/ 750 ml)
Ein fulminanter Beweis, dass auch in Kleinfischlingen, der ‘südpfälzischen Tiefebene’ wuchtige, kräftige Weine mit Substanz und Tiefgang vinifiziert werden können. Lediglich im Stahltank ausgebaut, verleiht das lange Lager auf der Feinhefe Schmelz, Eleganz und Würze.

Riesling QbA 2010 ‘Goldkapsel’ (€ 9,70/ 750 ml)
Irgendwann ist auch das Potential von Kleinfischlingen erschöpft. Spätestens dann, wenn es um mineralische Rieslinge mit später Lese geht. Frank Spiegel bewirtschaftet daher eine Parzelle an den Hängen der ‘Kleinen Kalmit’ in Ilbesheim. Alte Rebanlagen, mineralische Böden – was will man mehr um große Rieslinge zu keltern?

Edelsüße Weine

Gewürztraminer QbA 2011 (€ 6,90/ 750 ml) 
Die sorgsam eingepasste Restsüße trägt geradezu überschwenglich einen ganzen Korb voller exotischer Früchte, untermalt von Rosenstöcken in vollster Blüte. Sicherlich kein Wein für jeden Tag – aber für die besonderen Momente (und/oder zur asiatischen Küche!)

Scheurebe Auslese (€ 12,90/ 500 ml)
Es gab eine Zeit, da wurde Scheurebe wie wild gepflanzt (Auslesen der 70er Jahre). Dann gab es eine Zeit, da wurde Scheurebe wie wild ausgerissen und untergepflügt (wir opfern alles dem Dornfelder…). Dabei sind sich Experten einig: die von Georg Scheu vor knapp 100 Jahren entwickelte Neuzüchtung aus Riesling & Sylvaner ergibt grandiose, unglaublich aromatische Weine mit Edelsüße – die in ihrer Eleganz absolute Weltklasse sind!

Rotweine:

Dornfelder QbA 2012 (€ 6,70/ 750 ml)
Ursprünglich wurde diese Sorte aufgrund der dichten Farbe als ‘Deckwein’ gezüchtet. Fruchtigkeit und eher geringe Tannine sind Faktoren, die sicherlich keine großen Rotweine ergeben können. Dennoch: dieser Dornfelder ist definitiv ein charmanter und überaus geselliger Begleiter. Mit einem dezenten Ausbau im Holzfass verleiht Frank Spiegel dem Wein die notwendigen Tannine und die Würze. Sehr feiner, eleganter Wein dem wir gerne den Stempel ‘everybody’s darling’ aufdrücken!

Cabernet Dorsa QbA 2012 (€ 7,20/ 750 ml)
Lange Zeit glaubte man, der Cabernet Dorsa wäre eine Rebkreuzung aus Dornfelder und Cabernet Sauvignon. Inzwischen weiß man, dass auch Blaufränkisch (=Lemberger) mit im Spiel sind. Die 1971 gezüchtete Rebe ist relativ winterhart und erbringt hohe Mostgewichte. So hat auch ‘unser’ Cabernet Dorsa ‘stramme’ 14% Vol. – die jedoch durch den dezenten Ausbau im Barrique sehr gut eingebunden sind. Deine Noten nach reifer Paprika, etwas Pfeffer und die tiefe Fruchtigkeit des  Dornfelder ergeben einen sehr interessanten Wein, der aktuell noch ein Nischendasein in Deutschland spielt!

Würzig, rauchig, aber auch feine Johannisbeer- und Erdbeerfrucht. Wieder einmal demonstriert Frank Spiegel, dass er bei seinen’Ziehvätern’ Münzberg und Knipser perfekt den Umgang mit dem Holz gelernt hat. Wunderbar sortentypisch, nicht zu anstrengend, auch für Spätburgunder-Novizen bestens geeignet!

Cuvée Simsalabim QbA 2012 (€ 6,90/ 750 ml schwere Burgunder Flasche mit Kork
sowie € 6,90 Bordeauxflasche 2013er 1000ml mit screw-cap)

Es gibt Rebsorten in Deutschland, die sind schlichtweg nicht beliebt. Oder aber sie ergeben reinsortig nicht das Ergebnis, was sich der Weinfreund erhofft. Statt diese Rebsorten (bspw. Portugieser, Regent, Dornfelder) nun in allen mögglichen Varianten von trocken bis restsüß als No. 107 bis 118 auf der Weinliste zu platzieren, hat Frank Spiegel einfach aus den Stärken und Schwächen der Stiefkinder eine unheinlich fruchtig-trinkige Cuvée vinifiziert. Für Rückgrat sorgt zudem ein kleiner Anteil im Barrique vergorener Cabernet Sauvignon. Achtung: der Wein ist mit 6 gr. Restzucker nicht komplett trocken, aber komplett verrückt trinkig!

Cuvée ‘No Name’ QbA 2013 (€ 10,90/ 750 ml)
Dieser Wein ist eigentlich der kleine Bruder des berühmten ‘Anno’, gelangen doch hier überweeegend die Barriques zur Verwendung die bei Frank keine Gnade zur Verwendung im Topp-Wein gefunden haben. Merlot, Cabernet Sauvignon, Spätburgunder und Regent sind hier die Rebsorten, die nach einer 2-wöchigen offenen Maischegärung in neuen/ gebrauchten Barrique reifen. Bereits bei diesem ‘Zweitwein’ zeigt sich deutlich, dass Deutschland problemlos mit modernen internationalen Weinen konkurieren kann. Weich, rund, charaktervoll – ohne jedoch dabei spröde, rauchig-speckig oder bissig zu sein.

Cuvée ‘Anno X’ QbA 2012 (€ 13,90/ 750 ml)
Ohne Worte: ein Wein von internationalem Format zu einem Provinz-Preis!

 

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