Apulien

Das Salento in der Provinz Lecce:

Apollonio

Marcello und Massimiliano Apollonio aus Monteroni di Lecce sind wunderbare Winzer! Sie bringen die Weine dann auf den Markt, wenn sie der Meinung sind, dass sie die Weine auf den Markt bringen sollten…
Es darf daher nicht verwundern, dass die Weine teilweise bis zu 10 Jahre in der Kellerei schlummern, um dann mit einer Eigenständigkeit zu begeistern, wie man sie heute leider viel zu selten in Apulien findet!
Dabei gab es in Apulien – zu Hochzeiten des Wirken von Önologe Severino Garofano – eine Tradition den wuchtigen Negroamaro durch lange Reife zu zähmen. Weine wie der ‘Patriglione’ des verstorbenen Cosimo Taurino, der ‘Duca d’Aragona’ von Candido oder aber der legendäre ‘Graticcaia’ der Geschwister Vallone haben der Region zu Weltruhm verholfen. Glücklicherweise erinnern sich die Gebrüder Apollonio an diese Tradition und dieses Alleinstellungsmerkmal des Salento! Und nebenbei: für die Struktur und die lange Flaschenreife sind die Weine geradezu preiswertest!!

 

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Die Weine:

‘Briacco’ Salento Primitivo IGT 2007 (€9,70/ 750ml)
Für 12 Monate ins Barrique aus amerikanischer Eiche gesteckt, verkörpert dieser Primitivo eher die Kategorie ‘Blockbuster’. Tiefe Würze, viel süßliches Holz- und Primitivotannin. Ich persönlich mag ja lieber den traditionellen Primitivo-Stil, aber letztendlich bin ich ja nicht der Nabel der Welt…

Salice Salentino Rosso DOP 2010 (€ 8,95/ 750ml) / Ausgetrunken
Cuveé aus den traditionellen Sorten Negroamaro und Malvasia Nera. 6 Monate Ausbau in Barriques aus französischer & russischer Eiche. Anschließend ewig lange Flaschenreife…
Noten von Weihrauch und Johannisbeergelee; Bratenkruste. Süßliches Holztannin, dann richtig salzig & mineralisch im Mund. (Fast schon) ein großer Wein!

Squinzano Rosso DOP 2008 (€ 11,90/ 750ml)
Die DOC Squinzano schreibt einen 15% Anteil an Sangiovesetrauben vor. Gepaart mit 70% Negroamaro und 10% Malvasia versprüht dieser Wein einen Charme, der mich sehr an die Weine aus dem toskanischen Montalcino erinnert. Feine kräuterwürzige Nase, tief elegant, vielschichtig. Perfekte Reifearomen, große Eleganz!’ Braucht Luft & Muße!

Copertino Rosso DOP 2007 (€ 11,90/ 750ml)
Das Regular für die Gemeinde Copertino schreibt eine Cuveé aus 70% Negroamaro und 30% Montepulciano vor. 6 Monate Ausbau in Barriques aus französischer & russischer Eiche. Perfekt gereift, man merkt diesem tiefdunklen Wein seine 10 Jahre überhaupt nicht an. Noten von Schwarzkirsche, Graphit, schwarzem Tee. Tolles Säuregerüst, welche die 14° Alk sowie das feinbittere Tannin super balanciert. Perfekt zum Braten oder als ‘Kamin-Wein’.

‘Divoto’ Copertino Rosso Riserva 2001 (€ 18,50/ 750ml) / Ausgetrunken
70% Negroamaro und 30% Montepulciano ‘klassisch’ 45 Tage fermentiert. 2 Jahre Ausbau in französischen Barrique, unfiltriert abgefüllt. Feine Cassis-Noten, Leder, Tabak. Sehr fein gereift, Nase mit Reifetönen, im Mund dicht & opulent. Zweifellos ein ‘Amarone des Südens!’

‘Diciotto Fanali’ Salento Rosato IGT 2011 (€ 7,90/750ml)  / Ausgetrunken
Wer von diesem volumigen Rosé eine komplette Flasche trinkt, hat defintiv die Lampe an … vielmehr ‘18 Laternen’, so der Name des Weines. Reinsortig Negroamaro, 12 Monate im Barrique aus afrikanischem Akazienholz gereift. Ich würde diesen Wein weniger als Rosé betrachten, denn vielmehr als ‘gereiften Burgunder’. Mag die Nase noch Stirnrunzeln erzeugen (Oxidativ ausgebaut!), der Mund ist schon eine Wucht. Ledrig, salzig, mineralisch, dann wieder Geleenoten. Achtung: kein Terrasen-Rosé! Hier braucht’s Essen, und zwar nix aus der Vegetarier-Fraktion. Bitte nicht zu kühl servieren (14-16° Cel. sind ideal).

Castel di Salve – Depressa di Tricase (Lecce)

Die beiden Winzer Francesco Marra und Francesco Winspeare machen kein riesiges Tamm-Tamm aus ihrer Herkunft: beide entstammen einem der ältesten Adelsgeschlechter Apuliens. De facto ist Francesco Winspeare ein leibhaftiger Baron aus dem Fürstenhaus Lichtenstein…
Hoch gebildet, aber zugleich von sympathischer Bescheidenheit, widmen sie sich die beiden Studienfreunde dem noch ‘jungen’ Projekt Weinbau. Seit Ende der 80er Jahre wurde systematisch in Kellerei und Weinberge investiert. Aus den heute knapp 40 Hektar werden sehr fruchtfrische, moderne Weine bereitet. Die beiden Namensvetter zeigen in bewunderswerter Weise, dass bspw. die Leitsorte des Salento, der Negroamaro, mitnichten breit, marmeladig und zerkocht sein muss. Und mit der Linie ‘Cento su Cento’ sowie dem hocheleganten ‘Lame del Tenente’ werden richtig, richtig große Weine vinifiziert!

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Die Weine:

‘Priante’ Rosso Salento IGT 2011 (€ 10,90/ 750ml)
Je zur Hälfte aus Montepulciano und Negroamaro vinifiziert, wobei der Negroamaro traditionsgemäß wieder ‘nur’ im Edelstahltank ausreift, der Montepulciano-Anteil hingegen eine 11-monatige Reifung in Barriques durchläuft. Kraftvoller, dennoch runder und eleganter Wein moderner Ausprägung.

‘Cento su Cento’ Salento Rosso IGT 2011 -Primitivo- (€ 17,90/ 750ml) AUSGETRUNKEN
Mit der ‘Cento’-Linie verfolgt dass Weingut den Ziel, den beiden ‘Leitsorten’ der Region ein Denkmal zu setzen Aus extremer Ertragsreduktion kommt dieser geile Stoff her, der trotz aller Konzentration herrlichsten Trinkspaß bereitet. Ausbau für ca. 9 Monate in neuen Barriques. Haltbar bis in alle Ewigkeit!!

‘Cento su Cento’ Salento Rosso IGT 2008 -Negroamaro- (€ 16,90/ 750ml) AUSGETRUNKEN
Der Erfolg des ‘Cento’-Primitivo schrie förmlich nach einer Fortsetzung. Nun hat es mit derm Negroamaro die wohl wichtigste Rebsorte des Salento erwischt… Galt der ‘schwarze Bittere’ früher als unzähmbar, ist er heute dank moderner Technik in Weinberg und-keller ein absolutes high-light in der italienischen Weinlandschaft. Ein Monument von einem Wein!

‘Lama del Tenente’ Salento Rosso IGT 2011 (€ 18,90/ 750ml)
Das selbsternannte Flagschiff des Weingutes, vinifiziert aus 35% Primitivo, 35% Montepulciano und 30% Malvasia Nera. Ein Wein von internationalem Format, der von A bis Z alle positiven Atrribute eines großes Weines vereint – und dafür ist dieser Wein dann ein regelrechtes Schnäppchen!

Aleatico Passito Salento Rosso IGT 2004 (€ 16,50/ 375ml)
Wieder einer dieser wunderbaren ‚Vino da Meditazione’! Durch Antrocknen der Aleatico-Trauben erhöht sich die Zuckergraduation. Tolles Aroma nach Feigen und Backpflaumen, wunderbare Fruchtsüße, aber auch tolle Säure & Mineralität um den Mund richtig zu ‚putzen’!

Castello Monaci (Salice Salentino)

Salice Salentino DOC 2009 (€ 5,90/ 750ml)
Traditionell wird dieser Wein aus den Rebsorten Negroamareo und Malvasia Nera vinifiziert. Der Ausbau erfolgt im Edelstahltank. Eher ein modern interpretierter Sailce, mit Holundernoten. Fein Würze, braucht ein wenig Luft.

Casato di Melzi

Salice Salentino Riserva DOC 2011 (€ 8,50/ 750ml)
Traditionell wird dieser Wein aus den Rebsorten Negroamareo und Malvasia Nera vinifiziert. Der Ausbau erfolgt überwiegend im Edelstahltank, nur ein kleiner Prozentsatz wird zur Abrundung im Holzfass verfeinert. Eher ein modern interpretierter Salice, mit Holundernoten, Kirsch- und Pflaumenkompott. Unterstützt durch eine erdige Würze ist diese ‘Riserva’ ein toller Repäsentant der Region!

Negroamaro Salento IGT 2015 (€ 7,70/ 750ml)
Den reinsortigen Ausbau der Negroamaro-Traube (= die schwarze Bittere) gibt es -in Relation’ zur kompletten Weinhistorie Apuliens noch gar nicht so lange. Aufgrund ihres herzhaften Tannins und der bis vor 15 Jahren eher traditionell-rustikalen Ausbaumethoden im Keller gingen ‘Reinsortige’ eher gar nicht. Erst die modernen Strukturen in Weinberg und -keller zeigen uns wie wertvoll diese Traube ist!

Primitivo Salento IGT 2015 (€ 7,70/ 750ml)
Die weitere autochthone Rebsorte des Salento ist der Primitivo – und dabei komplett anders als der Negroamaro. Sehr früh reifend (daher der Name ‘Primi’), wenig Gerbstoffe, eher hohe Zuckergehalte machen diesen Traube eher zum begehrten Verführer. Primitivo ist weich, Primitivo ist rund, Primitivo ist saftig, Primitivo tut nicht weh…

Die Primitivo Zone um Manduria:

Tenuta Pozzopalo

‘Giravolta’ Primitivo di Manduria DOC 2010 (€ 10,70/ 750ml)
Nur 30% dieses Primitivo werden im Barrique ausgebaut, und dennoch strotzt dierser Wein nur so vor kräutriger Würze! Liegt es an den über 40 Jahre alten Reben? Am Boden? Sei’s drum, dieser Wein begeistert mit seiner Vielschichtigkeit, mit seiner tiefgründigen Eleganz!

Az. Agr. Sinfarosa

‘Zinfandel’ Primitivo di Manduria DOC 2005 (€ 11,90/ 750ml)
Als ‘echter’ DOC-Primitivo sind 14% alc. obligatorisch! Je zur Hälfte wird der Primitivo im Edelstahl und in großen Holzfässern ausgebaut. Somit werden die Noten von roten Früchten von feinen Gewürzaromen untermalt. Der Name ‘Zinfandel’ wurde übrigens gewählt um zu verdeutlichen, dass der Übersee-Zinfandel seine Wurzeln eigentlich in Apulien hat (Anm. man geht davon aus, dass Primitivo & Zinfandel genetisch identisch sind bzw. gemeinsame ‘Eltern’ haben).

Torre Guaceto

‘Dedalo’ Salento Rosso IGT 2009 (€ 10,90/ 750ml)
Eine uralte, fast vergessene Rebsorte wurde hier ‘ausgegraben’: man vermutet, dass die Ottavianello Traube eng mit der französischen Cinsault verwandt ist. Der Ausbau erfolgt im Edelstahl. Sehr eigener Geschmack nach getrockneten Früchten, feine Reifenoten – ein Wein, der das Terroir des Salento Klasse wiederspiegelt!

Masseria Pepe

‘Dunico’ Primitivo di Manduria DOC 2007 (€ 19,00/ 750ml)
Der vielleicht weltbeste Primitivo? Mich jedenfalls lässt dieser Extrem-Wein nicht mehr los: unglaubliche Aromendichte von Teer, Gummi, rote Frucht, Tee, Kaffee. Frucht- und Reifenoten wechseln sich minutenlang im Mund ab. Die 60-jahre alten Reben wachsen auf kargen Sandböden am ionischen Meer und ergeben eine unglaubliche Unkonzentration.

Pervini

‘Primo Amore’ Primitivo di Manduria DOC 2007 (€ 13,90/ 500ml)
Diese ‘erste Liebe’ ist ein historischer Primitivo: bis vor wenige Jahrzehnte wurden Primitivo spät gelesen und restsüß ausgebaut. Simpler Grund: im armen Apulien waren Zucker & Alkohol ‘Kalorienlieferanten’. Der moderne, trockene Ausbau hat diese Unikate jedoch nahezu zum Aussterben gebracht. Schade, denn diese Weine haben neben der Restüße (ca. 40gr/ Liter) Gerbstoffe, Säure und tiefe Frucht, so dass die Weine problemlos altern können. Eine unbedingte Empfehlung für Freaks die ihr Herz an Recioto, Sagrantino Passito etc. verloren haben!

 

Die Region Castel del Monte:

Santa Lucia

Benannt ist die Region westlich von Bari nach dem achteckigen gotischen Jagdschloss welches Friedrich II. auf der Hügelkette des Nationalparks ‘Alta Murgia’ errichtet hat.
Die Azienda Agricola ‘Santa Lucia‘ befindet sich im gleichnamigen Ortsteil oberhalb der Stadt Corato auf ca. 250 m Meereshöhe. Die Wurzeln dieses Betriebes gehen bis in das Jahr 1628 zurück. Historische Aufzeichnungen belegen den Bau einer Villa im Jahr 1822 sowie die Anlage von Weinbergen im Jahr 1849.
Das Weingut wird heute von Dr. Roberto Perrone Capano, einem neapolitanischen Rechtsanwalt geleitet. Auf ca. 15 Hektar werden Weinreben und Oliven kultiviert. Der Fokus wird hierbei auf die autochthone rote Sorte ‘Nero di Troia’ gelegt, die fast auschließlich in der Region Castel di Monte und in der nördlich gelegenen Zone um Foggia kultiviert wird.

 

Castel del Monte Riserva DOC 2006 ‘Le More’ (€ 25,90/ 750ml Flasche)

Lediglich 1,5 Kilo Trauben Nero di Troia je Weinstock werden der Crù-Lage ‘Viale nero’ entlockt. Nach der Gärung bei kontrollierter Temperatur reift die Riserva 18 Monate in französischen Barriques und weitere 6 Monate in der Flasche.

‘Gazza Rubina’ Aleatico Puglia IGT 2005 (€ 13,90/ 375ml Flasche)
Die roten Aleatico-Trauben werden überreif geerntet und für 30 Tage an der Luft angetrocknet um sie zu konzentrieren. Die Gärung wird nach dem Erreichen von ca. 13,5% Alkohol gestoppt, so dass dem Wein ein Restzuckergehalt von knapp 85 Gramm/Liter verbleibt. Wunderschöne Noten von Rosenblüten, Pfirsisch und Aprikose. Sehr schöne Säure, die zusammen mit dem Tannin die Süße puffert.
Ideal zu Kuchen & Schokolade und als reiner ‘Genusswein’

 

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