Piemont

Eingebettet in den Alpenbogen, am Schnittpunkt der italienischen und französischen Weinbaukulturen, liegt das Piemont, neben der Toskana und dem Veneto die wichtigste Weinbauregion Italiens.
Hier erfand vor mehr als einem Jahrhundert der französische Önologe Oudart den modernen Barolo, indem er den einst süß gekelterten Wein richtig durchgären ließ und damit trocken ausbaute – so wie wir ihn heute kennen und schätzen.
Barolo und der Ortsnachbar Barbaresco sind als „Könige der Weine“ schon Jahrzehnte in der Welt des Weines etabliert. Basis dieser Weine ist die Nebbiolo-Traube, die aufgrund ihrer hervorragenden genetischen Eigenschaften (geschmackliche Komplexität, hoher Tanningehalt, Langlebigkeit) die edelste Rebsorte der Region ist.
Der Nebbiolo-Rebe sind die besten Lagen vorbehalten: Südhänge in ca. 200-450 M.ü.N.N. Der Name Nebbiolo leitet sich aus dem ital. Begriff ‚nebia’ (= Nebel) ab. Zum einen könnte der späte Lesetermin eine Erklärung sein (es bilden sich bereits die ersten Herbstnebel im Tanarò-Tal), zum anderen ist die Traube im Herbst von Reif umhüllt, was als ‚nebbiolina’ bezeichnet wird. Der empfindliche Nebbiolo ist aufgrund der frühen Blüte (Frostgefahr!) und der späten Lese (Regen, Hagel, Schnee) stets ein großer ‚Wackelkandidat’, der den Winzern so manch’ schlaflose Nacht bereitet.
Nebbiolo findet aber nicht nur Verwendung in den großen Weinen Barolo und Barbaresco:
Aus den weniger renommierten Weinbergen bzw. aus Weinbergen außerhalb der Kernzone werden die Trauben für den ‚einfachen’ Nebbiolo d’Alba gewonnen. Diese Trauben haben nicht ganz das Potential um viele Jahre in Fässern ausgebaut zu werden – und werden daher kürzer im Fass gereift und früher auf die Flasche gezogen. Ein großer Vorteil ist, dass diese Weine nicht ganz so sperrig, kantig und wuchtig sind wie die großen Verwandten Barolo & Barbaresco – und so vielleicht sogar noch eindringlicher die einzigartigen Frucht- und Rauchnoten der Traube widerspiegeln.

Poderi Colla

Im Jahre 1993 haben die Gebrüder Colla das historische Weingut ‚Alfredo Prunotto’ an den toskanischen ‚big-player’ Antinori verkauft, jedoch blieben die Topp-Lagen ‚Bussia – Dardi le Rose (Barolo) und ‚Roncaglie’ (Barbaresco) im Besitz der Familie Colla. Auch heute noch ist Beppe Colla mit seiner über 50-jährigen Erfahrung als ‚graue Eminenz’ des piemontesischen Weinbaus mit Rat & Tat zur Stelle – und nicht zuletzt die Weine tragen seine ganz persönliche Handschrift: weniger kraftstrotzende Blender, sondern vielmehr Vertreter großer Eleganz und perfekter Harmonie.

‘Costa Bruna’ Barbera d’Alba DOC 2005 (€ 13,50/ 750m

Ein herrlich untypischer Barbera aus der Einzellage ‘Costa Bruna’. Während Barbera häufig sehr säuredominiert herkommt, sorgen hier Rebzeilen aus dem Jahr 1930 (!!!) für kleinbeerige, fruchtintensive und sehr süße Trauben. Diese, kombiniert mit der Neuanlage, erbringen einen dichten, würzigen Wein mit unglaublicher Tiefe & Eleganz.

‘Bricco del Drago’ Langhe DOC 2001 (€ 18,90/ 750ml)
Wer dieses Wein geniesst wird es nicht für möglich halten, dass dieser Wein zu 85% aus der ‘harmlosen’ Dolcetto Traube besteht (lediglich 15% Nebbiolo)! Dieser Wein trat erstmals 1969 als erster ‘Super-Tafelwein’ auf die Bildfläche, also lange bevor die ‘Super-Tuscans’ die Weinwelt eroberten!
Ein sehr dichter, tiefgründiger Wein mit unglaublichem Reifepotential. Erklärung? Der ‘Bricco del Drago’ ist eine Topp-Lage, die wahrscheinlich nur Verrückte mit Dolcetto bestocken…

Nebbiolo d’Alba DOC 2005 (€ 13,50/ 750ml)
Nebbiolo d’Alba DOC 2003 MAGNUM (€ 25,00/ 1500ml)
Der Basis-Nebbiolo von Colla ist charakterstark (Rauch, Unterholz) und schmeichelnd (rote Früchte, Extraktsüße) zugleich. Bei unseren Weinproben haben wir beobachtet, dass sogar ‘Novizen’ auf Anhieb Gefallen an der nicht gerade ‘mainstreamigen’ Nebbiolo-Traube finden.

‘Roncaglie’ Barbaresco DOCG 2001/ 2004 (€ 39,00/ 750ml)
Beim Verkauf ihrer Kelleri ‘Prunotto’ an Antinori haben Beppe & Tino Colla die grandiosen Lagen behalten. ‘Roncaglie’ gehört zu den besten Einzellagen der Ortschaft Barbaresco und befindet sich in direkter Nachbarschaft zu den exponierten Weinbergen von Angelo Gaja…
Die Jahrgänge 2001 und 2004 gelten als ‘klassische’ Jahrgänge im Piemont!
Hinweis: der Jahrgang 2004 ist auch in der Magnum sowie der Doppelmagnum-Flasche verfügbar! (jeweils in OHK)

‘Bussia Dardi Le Rose’ Barolo DOCG 2000 (€ 49,90/ 750ml)

Die ‘Bussia’ Barolo von Prunotto gehörten bis zum Jahrgang 1988/89 zu DEN Klassikern der Appellation und begeistern auch heute noch in Altweinproben! Wer sich fragt, warum die jüngeren Prunotto-Jahrgänge nicht mehr an diesen Genuss anknüpfen können, der rufe sich bitte in Erinnerung, dass die Gebrüder Colla nur den Namen, nicht jedoch die Weinberge an Antinori verkauft haben. Klartext: wer DEN Klasssiker sucht, der trinkt ab dem Jahrgang den ‘Bussia’ von Colla!
Hinweis: der Jahrgang 2000 ist auch in der Magnum sowie der Doppelmagnum-Flasche verfügbar! (jeweils in OHK)

Pietro Colla Spumante Extra Brut (€ 19,00/ 750ml)

Ein knochentrockener Sekt, zu 90% aus Pinot Nero und zu 10% aus Nebbiolo gekeltert. Ein absoluter Langstreckenläufer, der erst ein paar Jahre auf dem Buckel haben zu muss, um richtig in Fahrt zu kommen. Als Aperitif vollkommen ungeeignet, ist diese Spezialität ein wunderbarer Essensbegleiter. Rauchige Frucht, zupackend – dieser Sekt nimmt es mit jedem Schweinsbraten (und Champagner…) auf!

Bruno Giacosa

Über diesen Namen muss man eigentlich kein Wort verlieren. Gibt es Einen, der in der Topp-Liga mit den berühmtesten Bordeaux oder französischen Burgundern mitspielen kann, dann ist es er. In jungen Jahren wirken seine Lagen-Barbaresco und -Barolo geradezu unnahbar, ja fast schon fehlerhaft. Auch für mich ist es immer wieder ein Wunder, welche Metamorphose die Weine nach 15-20 Jahren durchlaufen. Es sind nahezu unverwüstliche Monumente, die jeden einzelnen Cent wert sind!

Barbaresco ‘Santo Stefano di Neive’ DOCG 1999 (€ 159,00/ 750ml)

Eine Ikone von einem Wein, absoluter Langstreckenläufer aus dem grandiosen Jahrgang 1999.

Agostino Pavia & Figli

Die Zone südöstlich der Provinzhauptstadt Ast beschenkt uns mit grandiosen Barbera. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass der Nebbiolo in der Asti-Zone eigentlich keine Rolle mehr spielt – und somit die besten Weinberge der Barbera vorbehalten sind.

‘La Marescialla’ Barbera d’Asti DOC 2000 (€ 19,00/ 750ml)

Ein Monument von einem Barbera. Die besten Trauben werden nochmals sorgfältig selektioniert. Ausbau im Barrique für ca. 1 Jahr.

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