Rosé

In Deutschland war er einst verpönt – Rosé hatte das Image ‘hier wird Alles entsorgt, was nicht für einen gescheiten Wein taugt’. Tja, wer erinnert sich nicht an die furchtbaren, restsüßen ‘Portugieser Weissherbst’ der 80er und 90er Jahre… Kopfschmerz-Garantie inklusive!

Sicherlich hat die Reiselust der Deutschen etwas mit der Renaissance dieser anspruchsvollen Weingattung zu tun. Wer einmal einen würzigen Rosé aus dem italienischen Salento getrunken hat, die wunderbare Frische eines Bardolino Chiaretto am Ufer des Lago di Garda genossen hat, wer sich im Süden Frankreichs in die kräftigen und zugleich herrlich trockenen Cuvée aus Grenache, Syrah und Mouverdre verliebt hat, der ist definitiv angefixt!

Aber auch in Deutschland ist mächtig Dynamik in der Weinbauszene! Zwar musste ich noch so manchem Winzer Mut zusprechen und sie überzeugen, dass es um richtig gute Qualitäten mit Würze, Schmelz, Ausgewogenheit geht  – und eben nicht um das ‘restsüße Billigprodukt’!

Wie wird Rosé hergestellt?

Ein guter Rosé entsteht im Weinberg! Gerade beim sensiblen Rosé würde man sofort jeden Misston rausschmecken, wird doch ein Rosé im Regelfall nicht im Holzfass geschminkt. Nach der Ernte sollte der Rosé zügig verarbeitet werden, um ungewollte Oxidationen zu vermeiden. Die Beeren werden vom Stiel maschinell abgebeert und dabei ‘zerquetscht’. Nun kann der Traubensaft in Kontakt mit den Schalen und Beerenhäuten treten, sind doch hier die Gerbstoffe, Mineralien, Vitamine und -wichtig- die Farbstoffe eingelagert. Mit anderen Worten: je länger der Saft in Kontakt mit den Beerenhäuten ist, umso dunkler und kräftiger wird dann auch mein Rosé. In der Regel bleibt die sogenannte Maische nur wenige Stunden stehen, geschützt durch eine leichte Schwefeldosis und evt. Trockeneis um unerwünschten Mikroorganismen die Arbeit so schwer wie möglich zum machen…

Schliesslich wird die Maische abgepresst, kurz gefiltert, und der nun erhaltene Most kommt zur Gärung in Edelstahltanks. Mittels Temperatursteuerung wird die Gärung ‘gezügelt’ durchlaufen um möglichst frische & fruchtige Aromen in den entstehenden Wein zu extrahieren.

Ob Rosé knackig jung, frisch, fruchtig und blumig – oder aber etwas reifer getrunken werden sollte, ist letztlich Geschmacksache. Ich persönlich greife auch gerne zu Weinen, die schon ein Jahr auf dem Buckel haben – diese sind mitnichten alt und müde sondern etwas ‘leiser’ und schmelziger.

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DEUTSCHLAND

‘Horny’ Rosé Pfalz QbA 2015 – Thommy Hörner (€ 7,00/ 750 ml Flasche – Literpreis: € 9,34)

-jung, frech, unheimlich trinkig & trendy – so könnte man diesen sehr beerigen Rosé aus der Südpfalz bezeichnen. Thommy verwendet hier Cabernet und Spätburgunder annähernd im gleichen Verhältnis-

Wind-Rosé Pfalz QbA 2014 – Ellermann Spiegel (€ 7,50/ 750 ml Flasche – Literpreis;: € 10,00)

-Frank Spiegel verwendet auch  Cabernet und Spätburgunder, erntet jedoch den Cabernet frühreif: gelangen mehr grüne, würzige Artomen in diesen Rosé-

Spätburgunder Rosé Pfalz QbA 2014 – BIO-Weingut Michael Andres (€7,80/ 750ml Flasche – Literpreis: € 10,40)

-in der sog. Mittelhaardt sind die Böden sehr mineralisch. So verwendet Michael Andres auch nur Trauben aus den besten Lagen in Niederkirchen und dem Ruppertsberger Reiterpfad. Tolle salzige Noten, genialer & eleganter Essensbegleiter!-

Roth-Rosé Württembeg QbA 2015 – Roth/Happenbach (€ 7,50/ 750 ml Flasche – Literpreis: € 10,00)

-je 1/3 Trollinger, Lemberger und Dornfelder finden in diesem würzigen Rosé aus dem Heilbronner Land Verwendung. Auch hier wrden wieder die besten Trauben aus Steilhängen mit fast 50° Hangneigung verwendet-

 

SPANIEN

‘Mas Donis’ Montsant Rosado D.O. 2014 – Cellar de Capcanes (€ 7,50/ 750 ml Flasche – Literpreis: € 10,00)
-ich mag diesen Rosé aus Garnacha, Merlot und Syrah am Liebsten, wenn er mindestens 1 Jagr auf dem Buckel hat. Die jung etwas ‘kitschige Frucht’ ist dann abgemildert und weicht einer schönen saftigen Würze-

Ribera del Duero Rosado – Martin Berdugo (Spanien) (€ 8,90/ 750ml Flasche – Literpreis: € 11,87

-die Region ist für mächtige und mineralische Rotweine bekannt, die ihren Preis haben. Möchte ich aus dem gleichen, guten Traubenmaterial einen Rosé geniessen, ist dieser nicht zum Discount-Preis zu haben. Dieser Wein mit der dezenten Vanille-Note (etwas Barrique-Ausbau) ist einfach unvergleichlich in seiner Machart. Leider immer nur ein begrenztes Kontingent verfügbar!-

ITALIEN

Cerasulo d’Abruzzo DOC 2014 – Collefrisio (Italien) (€ 7,50/ 750 ml Flasche – Literpreis: € 10,00)

-das typische Korallrosa ist hierbei Namensgeber, wird doch dieser Wein eigentlich aus der kräftigen Rebsorte Montepulciano aus der Region Abruzzen hergestellt. Einer DER Klassiker unter den Rosé-Weinen mit Biss & Struktur!

Tenuta Rapitala Sicilia Rosato IGT 2014  Rapitàla (Italien)(€ 7,50/ 750 ml Flasche – Literpreis: € 10,00)
– in der ‘Tenuta’-Linie macht dieses renommierte Weingut nordöstlich von Palermo einen feinwürzigen Rosato aus den traditionellen Rebsorten Nerello Mascalese und Perricone. Sehr schöner Begleiter zur Fischküche!

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